Dienstag, 27. Oktober 2015

#ScaryBooks für #HalloweenLovers Tag 2


Willkommen zum zweiten Tag unserer Aktion. Heute darf ich euch die wundervolle Hope Cavendish und ihre „Zeitgenossen“ vorstellen. Doch bevor ich auf ihre Vampire eingehe, möchte ich erst noch die Autorin vorstellen. In Braunschweig geboren und aufgewachsen, ist sie nun seit 20 Jahren tief im Ruhrgebiet verwurzelt. Dort konnte sie ihre vielen Leidenschaften in den verschiedensten Berufen wie freie Autorin, Webdesignerin, Photoshop-Dozentin, etc. ausleben. 2013 entschied sie sich eine weitere Passion hinzuzunehmen und veröffentlichte neben einem Band mit fantastischen Kurzgeschichten, den ersten Band ihrer „Zeitgenossen“. Mittlerweile arbeitet sie bereits am 4. Band dieser außergewöhnlichen Vampirreihe. Was mich nun auch zu ihren Büchern bringt, denn im anschließenden Interview werdet ihr sicherlich noch mehr private Einblicke zur Person Hope Cavendish bekommen.


Wer bei den „Zeitgenossen“ grobschlächtigen oder haarsträubenden Horror sucht, wird enttäuscht sein. Hopes Vampire sind sehr vielschichtig und teilweise noch menschlich veranlagt. Ihre Besonderheit besteht darin, die Vorzüge des Vampir-Daseins durch ein Minimum an Vampir-Verhalten zu erreichen, ohne dabei die „Menschlichkeit“ zu verlieren. Die Autorin beschreibt in ihren Büchern zwei Arten von Vampiren. Die einen, die Tierblut trinken, zu denen gehören ihre „Zeitgenossen“ und die anderen, die sich als evolutionäre Elite sehen und diesen Zustand exzessiv zelebrieren. Man begleitet diese außergewöhnlichen Vampire, die sich auch im Sonnenlicht bewegen können, quer durch die Zeitgeschichte und erlebt die Geschichte aus deren Perspektive. Hope Cavendish verwebt geschickt gut recherchierte Historie mit vielschichtigen Figuren, die im Laufe der Handlung durch verschiedenste Ereignisse in ihrem Wesen reifen. Sprache und Schreibstil sind anspruchsvoll, jedoch ohne ihre Leichtigkeit einbüßen zu müssen. Einmal abgetaucht gleitet man über die Seiten und verliert sein Zeitgefühl, während man den aufregenden Abenteuern und den komplex angelegten Beziehungsgeflechten der „Zeitgenossen“ folgt. Hope Cavendish hat eine Romanreihe erschaffen, die Liebhaber in den verschiedensten Genres anspricht, da sie durch die Vielschichtigkeit mehrere Gattungen vereint. Wenn ihr sie noch nicht kennt, dann möchte ich sie euch wärmstens ans Herz legen. Wer neugierig geworden ist, kann auf der Homepage der „Zeitgenossen“ noch detailliertere Infos bekommen.

Autorenhomepage:
http://www.hope-cavendish.de/

Autorenseite bei Facebook:
http://www.facebook.com/Autorin.HopeCavendish

Nun aber zum versprochenen Interview. Ich hoffe es bereitet euch genauso viel Freude wie mir.

Interview mit Hope Cavendish


1. Viele Kritiker verteufeln Halloween als neumodisches Phänomen aus Amerika, hinter dem eine riesige Industrie steckt und Geld verdient. Einige sehen auch im Vormarsch dieser fremdartigen Festivitäten eine Gefährdung traditioneller christlicher Feiertage. Hat Halloween eine spezielle Bedeutung für dich? 
Für mich persönlich hat Halloween keine tiefer gehende Bedeutung im spirituellen Sinne, ich bin allerdings auch nicht sehr religiös aufgezogen worden. Die Aufregung finde ich aber übertrieben und dass Halloween ein neumodisches oder rein amerikanisches Phänomen sei, ist sogar schlichtweg falsch. Meines Wissens nach spielte Halloween vor allem in der irischen Kultur eine große Bedeutung und wurde von irischen Einwanderern dann mit nach Amerika gebracht.  Wie so viele Feste vereint es (vor)christliche und heidnische Bräuche und ist daher meiner Meinung nach zumindest in seiner ursprünglichen Bedeutung insofern nicht als Bedrohung anzusehen.

2. Du bist zu einer riesigen Halloween-Party eingeladen mit Kostümwettbewerb, als was verkleidest du dich und glaubst du, du hättest eine Chance damit auf den ersten Platz?
Vermutlich als Vampirin aus der Zeit des Barock oder Rokoko. Ob ich damit eine Chance auf den ersten Platz hätte, weiß ich aber nicht, denn wenn es eine so riesige Party ist, gibt es sicherlich unzählige tolle Kostüme.

3. Ich kann mich da nicht wirklich festlegen, aber was ist dein liebster Horrorfilm?
Falls „Interview mit einem Vampir“ noch in dieses Genre fällt, würde ich den nennen - aber ich fürchte, dass Horrorfilme ansonsten eher nicht so mein Fall sind. Und ja mir ist bewusst, dass dies für eine Vampirromanautorin paradox klingt. :D

4. Ich liebe Horrorfilme, allerdings nur in Gesellschaft. Wenn du Horrorfilme schaust, lieber alleine oder in der Gruppe?
Eher gar nicht, siehe vorherige Frage. :)

5. Welche Art von Horror liegt dir am nächsten? Splatter oder der Psychohorror, der unter die Haut geht?
Siehe oben. Wenn überhaupt, dann bevorzuge ich am ehesten feinen Suspense, wie ihn z. B. Hitchcock in seinen Filmen aufbauen konnte. Splatter ist so gar nicht mein Fall.

6. Liest du Horrorbücher, wenn ja, von wem und was?
Ich bin eher ein Feigling, darum ist echter Horror nichts für mich. Ich mag jedoch den leichten Grusel, den Roald Dahl in seinen (Erwachsenen-)Geschichten erzeugen konnte, oder klassische Gothic-Fiction wie die Geschichten von Edgar Allan Poe.

7. Welche Gruselgestalten faszinieren dich und warum?
Vampire ‒ das überrascht jetzt vermutlich niemanden. ;) Mich fasziniert ihre Unsterblichkeit ‒ Wiedergängerlegenden sind und waren ja in sehr vielen Kulturen präsent und populär, ihre Aura und ihre Macht. Und mich fasziniert die Tatsache, dass all das dennoch von demselben Lebenssaft abhängig ist, der auch für uns Sterbliche unentbehrlich ist: dem Blut.

8. Vor was hast du dich als Kind gefürchtet und geht es dir heute noch so?
Jetzt wird es richtig albern: Als ich noch sehr klein war, hatte ich vor dem Krümelmonster in der Sesamstraße Angst. Wenn es mit tiefer Stimme brummelnd die Szene betrat, hat es nicht nur Ernie erschreckt, sondern auch mich. Meine Eltern haben darüber immer gelacht ‒ und das tut Ihr jetzt vermutlich auch. ;)

9. Wenn du dich in der Halloween-Nacht in eine beliebige Figur oder Gestalt verwandeln könntest, in was würdest du dich verwandeln?
Auch auf die Gefahr hin, dass es langweilig wird: Es bleibt der Vampir. Enorme Schnelligkeit und Stärke, Selbstheilungskräfte und extrem verschärfte Sinne ‒ wer würde das nicht wollen?

10. Bei mir wäre es definitiv die Schwiegermutter, aber wen würdest du gerne einmal heimsuchen?
Da gäbe es schon die eine oder andere Person, aber selbstverständlich kann ich hier keine Namen nennen. ;)

11. In meiner Zeit als Teenager war es cool, Gläserrücken oder ähnliches auszuprobieren. Hattest du jemals ein okkultes Erlebnis?
Bei mir war es tatsächlich ebenfalls das Ouija-Board. Ich habe das damals mit meiner (bis heute) besten Freundin ausprobiert, weil wir einander so bedingungslos vertrauten, dass wir wussten, dass keine von uns die andere dabei hereinlegen würde. Es hat wahrhaftig funktioniert, aber da es schon so spät in der Nacht und wir entsprechend todmüde waren, hat sich keine von uns darüber gewundert und wir haben uns danach einfach schlafen gelegt.

12. Um zu deinen Zeitgenossen zu kommen, wieso hast du gerade Vampire als Hauptfiguren deiner Romane gewählt?
Vor allem wegen  ihrer Unsterblichkeit, ihrer Möglichkeit, sehr lange oder gar ewig zu leben und dabei Zeitzeuge vieler historischer Ereignisse und Entwicklungen sein zu können. Ich fragte mich , wie es wohl sein muss, wenn die Welt um einen herum sich im Laufe der Jahrhunderte verändert? Wie sehr verändert man selbst sich dabei? Oder schafft man es dennoch, sich im Grunde treu zu bleiben? Diese Fragen gaben letztendlich den Anstoß zu der Geschichte.

13. Deine Zeitgenossen sind eine Reise durch die Zeitgeschichte, erlebt und aus der Perspektive dieser vielseitigen Vampirgruppe erzählt. Was beeinflusst dich und woher nimmst du viele Ideen?
Die Ideen für den Verlauf der Gesichte sind zum einen durch das Konzept der Zeitgenossen beeinflusst. Gemma und ihre Freunde erleben viele historische Ereignisse hautnah mit, also recherchiere ich sehr viel über jene Ereignisse und überlege mir sehr sorgfältig wie ich sie möglichst spannend in die Handlung einbauen kann.
Zum anderen kommen viele Impulse von selbst durch die Charaktere der Zeitgenossen. In meinem Kopf wurden die Figuren der Zeitgenossen im Laufe der Zeit immer lebendiger, sie entwickeln sich zu eigenständigen Persönlichkeiten mit klarem Charakterprofil. Und daraus entstehen dann automatisch auch wieder Ideen für die Handlung, weil für mich dann einfach klar ist, wie meine Figuren mit den jeweiligen Situationen umgehen werden.

14. Wie würde eine Zeitgenossen Halloween-Party aussehen und was denkst du, als was würden sich Gemma und die anderen verkleiden?
Puh, das ist eine gute Frage. Gemma und ihre Freunde mussten sich ja schon öfter verkleiden, z. B. um nicht von ihren Feinden erkannt zu werden. Da viele von ihnen aber einen schrägen Humor haben, würden sie sich zu Halloween vermutlich als Vampirjäger verkleiden, also die schwarze Tracht der Ritter des Dan anziehen. ;)

15. Deine Vampire sind zwar unsterblich und müssen sich von Blut ernähren, dennoch sind sie etwas diffiziler konzipiert, als manch andere Romanvampire, denn sie können z.B. am helllichten Tag umher wandeln. Warum hast du ihnen ein Gewissen gegeben, denn die Gruppe der Zeitgenossen hat, im Gegensatz zu den Sybarites, ethische Grundsätze und ein geschärftes Unrechtsempfinden. Bist auf die Tatsache, dass sie Blut trinken müssen, wirken sie manchmal wie übernatürliche Superhelden. War das beabsichtigt?
Als Superhelden sehe ich die Zeitgenossen  eigentlich gar nicht, denn sie machen auch Fehler und haben menschliche Schwächen. Diese menschlichen Schwächen waren mir auch wichtig, ebenso wie die von dir erwähnten Grundsätze und das Gewissen. Denn mir erscheint es nur logisch, dass ein Vampir nach seiner Verwandlung nicht völlig seine menschlichen Eigenschaften verliert. Sicherlich beeinflusst es den Charakter, wenn man plötzlich sehr stark und unsterblich ist und zudem von stetem Blutdurst geplagt wird. Aber sollte sich deshalb die Persönlichkeit komplett verändern? Das erscheint mir nicht plausibel.
Ich selbst finde als Leser Figuren interessanter, die nicht eindimensional sind, sondern auch Widersprüche und Schwächen haben und die sich aufgrund der Erfahrungen, die sie machen, weiterentwickeln. Deshalb war mir genau das auch bei den Zeitgenossen wichtig. Wären sie Superhelden, würden sie sich in jeder Situation überlegen verhalten, und das tun sie oft gar nicht.  Einige Leser haben mir schon berichtet, dass sie sich in dieser oder jener Szene über das Verhalten der Figuren aufgeregt und sie aber letztendlich dann dennoch ins Herz geschlossen haben. Das ist für mich das größte Kompliment.

16. Würde dich die Unsterblichkeit reizen?
Ja, ich denke schon. :)

17. Was würde dir als Vampir am Meisten fehlen?
Vermutlich der sinnliche Genuss einer normalen menschlichen Mahlzeit.


Wenn ihr nun so neugierig geworden seid, dass ihr unbedingt mehr erfahren wollt, hier noch ein paar hilfreiche Links...

Zeitgenossen-Homepage mit Leseproben und vielen Hintergrundinfos:
http://www.zeitgenossen-romane.de/

Zeitgenossen bei Facebook:
http://www.facebook.com/zeitgenossen.romane

Bücherlinks bei Amazon:

Zeitgenossen - Band I: Gemmas Verwandlung: http://bit.ly/GemmasVerwandlungTB
Zeitgenossen - Band II: Kampf gegen die Sybarites: http://bit.ly/SybaritesTB
Zeitgenossen - Band III: Pakt mit den Rittern des Dan: http://bit.ly/PaktMitDenRitternTB




Kommentare:

  1. Ich sollte wohl Facebook wieder Facebook sein lassen und mehr lesen. Denn leider habe ich noch keine Zeit zum Genießen der Zeitgenossen gehabt oder mir genommen. Dabei sind sie bei mir auf der Wunschliste, seit ich etwa im Mai/Juni über den Schattenweltreport gestolpert bin. Aber ich bin zuversichtlich.

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