Samstag, 7. November 2015

Rezension Gabriele Ennemanns "Thalam"

Bewertung 5 Sterne


Inhalt: 

Der 15 Jährige Gidion absolviert seit kurzem die Ausbildung an der Schule für Schwertkampf. Eines Abends wird er vom Heulen des Windes verbotener Weise aus seiner Kammer gelockt. Von einem Felsen aus, der hoch über der tobenden See thront, entdeckt er Jäger, die an der Küste Thalams landen. Diese geheimnisvollen und gefährlichen Wesen bedeuten nichts Gutes und voller Entsetzen stellt er fest, dass diese Jäger die Lebensachse gestohlen haben. Dieser Eingriff in das Gleichgewicht und Schicksal der Thalamer kann deren Untergang bedeuten und Gidion weiß, dass er schnell handeln muss, um den Untergang seiner Welt zu verhindern. Er erfährt, dass er einer der vier Auserwählten der Avantgarde ist, die sich den dunklen Mächten stellen müssen, um zu verhindern, dass die Lebensachse in die falschen Hände gelangt. Eine abenteuerliche und gefährliche Reise in die Unten-Welt beginnt, auf der sie einigen mysteriösen Wesen begegnen, die ihnen nicht alle wohlgesonnen sind. Im Wettlauf mit der Zeit, reiten sie dem entscheidenden Kampf entgegen...

Charaktere:
Es gibt so viele unterschiedliche Charaktere in dieser Geschichte, doch würde man alle detailliert beschreiben, so würde man zuviel dem Buch vorwegnehmen. Aus diesem Grund habe ich mich entschlossen nur kurz über die Gliederung in "gut", "böse" und "neutral" einen kleinen Überblick zu geben.
Zu den "Guten" zähle ich all jene, vor allem Thalamer, deren Auftrag es ist, die Lebensachse aus den Fängen der "Bösen" zu befreien und dadurch das Gleichgewicht wieder herzustellen. Zum Schutze Thalams gibt es die Avantgarde, vier Auserwählte, die ausgestattet mit den Fähigkeiten der vier Elemente, die Sicherheit Thalams in Zeiten der Gefahr sicherstellen sollen.
Die "Bösen" leben in Sinistrien, dem Land, das an Thalam grenzt, deren Bewohner aber im Gegensatz zu den Thalamern, gierig und niederträchtig sind. Der sinistrische Anführer hat den Diebstahl der Lebensachse befohlen, da er die damit verbundene Macht über Thalam erlangen möchte. Gemeinsam mit einer Schlangenfrau und seiner Armee will er versuchen den Avantgarde zuvor zu kommen.
Die "Neutralen" sind Tenebrae und ihr Gefolge, die in der Unten-Welt leben. Tenebrae hat beide Welten geschaffen und trennt diese durch eine magische Grenze, da die Sinister die Thalamer ausnutzen und zerstören würden. Eigentlich mischt sie sich nicht in die Geschicke der Welten ein, da sie auf deren Gleichgewicht bedacht ist, doch wenn, wie in diesem Fall, die Zerstörung droht, muss sie eingreifen und als Herrscherin über die Welten den beidseitigen Frieden wahren.

Schreibstil:
Gabriele Ennemann hat einen wundervollen Jugend-Fantasy-Roman geschaffen, der durch seine Bild- und Wortgewalt besticht. Sprachlich nicht zu kompliziert, um für junge Menschen ansprechend zu sein, schafft sie es dennoch auch Erwachsene anzusprechen und hat eine Geschichte erschaffen, die von Jung und Alt genossen wird. Die Figuren und einzelnen Szenen sind mit so viel Liebe zum Detail entstanden, dass man gar nicht anders kann, als sie vor dem inneren Auge zu sehen. Der gelegentliche Perspektivwechsel zwischen "gut" und "böse" bringt viel Dynamik und Abwechslung mit sich. Zudem ermöglicht es dem Leser die gleiche Welt differenziert zu erleben, da sie auf ihre "Gäste" unterschiedlich reagiert. Man kann herrlich abtauchen und vergisst beim Lesen die Zeit und gleitet geradezu durch das Buch.

Cover: 
Das Cover ist geheimnisvoll und mach Lust auf mehr. Die dunklen Farben, gepaart mit der Figur, die Gidion darstellen soll, und den kleinen Elementen im Hintergrund geben einen guten Vorgeschmack auf das, was einen erwartet. Sehr gelungen.

Fazit: 
Die Autorin hat mit diesem Buch ein geniales Debüt abgeliefert, dass Lust auf mehr macht. Eine liebevoll durchdachte Story, die ohne Liebesgeschichte auskommt und dennoch viel Gefühl und Emotionen vermittelt. Ein Held, der keine gängigen Klischees bedient und mit viel Herz und Solidarität den Leser überzeugt. Die bereits erwähnten Sichtwechsel und die vielen bunten Nebenfiguren lassen keine Langeweile aufkommen und begleiten einen durch die Geschichte. Ich kann dieses Buch jedem wärmstens empfehlen, der Jugend-Fantasy mag, denn man darf bei diesem Roman nicht außer acht lassen, dass auch junge Leser angesprochen werden sollen. Ich bin der Meinung, dass der Spagat zwischen junger und erfahrener Leserschaft gut gemeistert wurde und jeder auf seine Kosten kommen kann. Ich freu mich auf weitere Werke aus der Feder dieser tollen Autorin.

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