Dienstag, 1. Dezember 2015

Rezension zu Alexandra Fischers "Joli Rouge: Eine Piratin kämpft um Liebe und Freiheit

Bewertung 5 Sterne


Inhalt:

Das Leben auf See ist hart. Morden und Plündern sind nicht jedermanns Sache, und so kehrt Jacquottes Vater, noch vor deren Geburt, der rauen Welt der Seefahrer den Rücken. Jacquotte wächst sehr ruhig und behütet auf einer Insel auf, wo sie mit ihrem besten Freund Pierre die Wälder unsicher macht. Er lehrt sie Kämpfen und Jagen und weckt den Wunsch in ihr, sich der Bruderschaft anzuschließen und zur See zu fahren. Doch für sie als Frau ist die Welt der Seefahrer verschlossen. Jacquotte erntet Spott, Ablehnung und Unverständnis, doch ihr Willen, sich keinem Mann jemals unterzuordnen ist so stark, dass sie sich als Mann verkleidet und ihren Traum verwirklicht. Trotz ihrem starken Willen und ihrer selbstsicheren Art merkt sie schnell, wie gefährlich ihre Feinde sind. Um jeden Preis muss es ihr gelingen, die Tarnung aufrecht zu erhalten. Und das wird zunehmend schwerer, denn auch ihr alter Freund Pierre läuft ihr immer wieder über den Weg. Wenn er sie auffliegen lässt, ist der Tod ihr gewiss.....

Charaktere:

Jacquotte Delahaye ist eine bemerkenswerte Persönlichkeit. Voller Leben, Stärke und Mut stellt sie sich gegen das Rollenklischee und ist nicht bereit, den ihr von der Gesellschaft zugeteilten Platz zu akzeptieren. Schon von klein auf hat sie das raue Leben der Seefahrer fasziniert und in den Bann gezogen. Sie hat sich selbst geschworen, sich niemals einem Mann unterzuordnen, doch genau dies birgt in der damaligen Zeit sehr viel Gefahr. Jacquotte weiß, dass sie ihr Leben aufs Spiel setzt, doch der Wunsch nach Freiheit und Selbstbestimmung ist so groß, dass die Piratin ihn gerne in Kauf nimmt.

Schreibstil:

Dieser Roman ist ein wahrer Page-Turner. Ich habe zuerst nicht erwartet, dass mich diese Geschichte so fesselt. Die Autorin benutzt neben einem äußerst angenehmen Schreibstil auch viele verschiedene Facetten in der Geschichte. So verbindet sie gekonnt Kampfszenen mit der gut recherchierten Politik der damaligen Zeit. Man bekommt viele Hintergrundinformationen, was die Taten der Piraten etwas nachvollziehbarer macht. Das Gender-Thema wird nicht bis zur Erschöpfung beschrieben und ein Hauch Erotik rundet die Geschichte perfekt ab. Diese geschickte Verknüpfung der unterschiedlichen Stilelemente gibt der Geschichte nicht nur viel Tiefgang, sonder auch Dynamik.


Fazit:

Was soll ich sagen, außer: Achtung, Suchtgefahr. Diese wundervolle Geschichte hat mich mitgerissen. Ich wollte das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Die Mischung aus Gefühl, Spannung und Brutalität war so faszinierend, dass ich mich dem nicht mehr entziehen konnte. Die Story ist von der Autorin Alexandra Fischer gut recherchiert worden und man bekommt neben Fiktion auch einen vielfältigen Einblick in die Gesellschaftsstrukturen der damaligen Zeit. Was mich zudem positiv überrascht hat ist die Tatsache, dass das Emazipationsthema und die Probleme, die das mit sich bringt, nicht tot geschrieben wurden. Alexandra Fischer hat einen Roman komponiert, der so viele Facetten und Themen beinhaltet, dass sich eine Vielzahl an Lesern darin verlieren kann. Das Wort "Typisch" kann in keinem Fall benutzt werden, denn die Reise, auf der man die Piratin Jocquette begleitet, ist vielseitig, atemberaubend und fesselnd. Ein Leseerlebnis, dass ich jedem empfehlen kann, der Abenteuer und Spannung liebt.

Kommentare:

  1. Guten Morgen!

    Wow, das klingt ja toll! Hört sich nach einem sehr spannenden und abwechslunsgreichen Buch an, über Piraten hab ich bisher sehr wenig gelesen. Sollte ich vielleicht mal ausprobieren :)

    Ich hab auch einen TAG für dich, würde mich freuen, wenn du mitmachst!
    http://blog4aleshanee.blogspot.de/2015/12/tag-ein-wort.html

    Liebste Grüße, Aleshanee

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  2. Ahoy Martina,

    vor Kurzem kam die Geschichte neu heraus - mich konnte dieses Buch ebenfalls durch und durch begeistern und es wird definitiv mein Monatshighlight ♥
    Diesen wahnsinnig aufreibenden Charaktere, Jacquottes Stärke... und vor allem: Tête-de-mort! Ich finde ihn einfach großartig und hach, er konnte mich auch sooooo berühren *-*

    Ich lasse dir dann mal liebste Grüße zum Wochenende und ganz frech auch noch meinen Link da, Mary <3
    http://marys-buecherwelten.blogspot.de/2017/01/joli-rouge.html

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