Donnerstag, 10. Dezember 2015

Rezension zu Gesa Schwartz "Nacht ohne Sterne"

Bewertung 4 Sterne


Inhalt: 

Naya ist 16 und lebt in New York. Sie ist die Tochter einer Lichtelfe und eines Menschen und dadurch ein Mischwesen, das scheinbar kein Talent für Magie besitzt. Doch fühlt sie sich weder der Welt der Elfen noch der der Menschen wirklich zugehörig. Das Schicksal hat jedoch andere Pläne für Naya und so wird siezwischen die Fronten eines Jahrhunderte währenden Krieges gezogen. Auf der einen Seite die Lichtelfen, auf deren Seite ihr bester Freund Jaron kämpft und die versuchen, die Menschen vor den Dunkelelfen zu beschützen. Und auf der anderen Seite ist Vidar, ein Krieger der Dunkelelfen, der in Naya ganz besondere Gefühle auslöst und sie an der Wahrheit der alten Geschichten zweifeln lässt. Der Grat zwischen Licht und Dunkelheit ist schmal und mehr als einmal muss sich Naya die Frage stellen, wer ist Freund und wer Feind. Wer will ihr wirklich helfen, oder wollen sich alle in Wahrheit nur selber helfen? Welche dunkeln Geheimnisse wird Naya auf ihrem gefährlichen Abenteuer entdecken…

Charaktere: 

Die Autorin hat eine Fülle an einzigartigen Figuren erschaffen. Neben New York und den Menschen die darin Leben, werden wir in die Welt der Lichtelfen und ebenso in die der Schattenelfen entführt. Mit viel Liebe zum Detail hat sie Wesen mit exotischen Namen erschaffen, die beinahe unaussprechbar durch den Kopf hallen. Die Welten beinhalten auf beiden Seiten weitere mystische Kreaturen, die diese zauberhafte Welt noch geheimnisvoller erscheinen lassen. Als Naya Vidar kennenlernt, fängt sie an Dinge zu hinterfragen. Sind die Lichtelfen wirklich die Guten? Sind alle Schattenwesen abgrundtief böse? Gesa Schwartz hat viele verschiedene Handlungsstränge kreiert, die auf verschiedenen Zeitebenen spielen und dennoch wie von Zauberhand perfekt ineinander fließen.

Schreibstil: 

Der Anfang hat mich gefesselt. Selten hab ich in einem Fantasyroman eine so detailgetreue Beschreibung erlebt. Die Autorin verblüfft mit einer Sprache, die aus Bildern und Eindrücken besteht. Die ganzen exotischen Namen und Wesensbeschreibungen lassen kaum Raum für eigene Interpretation, da sie sehr viel schon durch ihre Erzählung vorgibt. Die Bilder bauen sich beim Lesen ganz von alleine vor dem inneren Auge auf. Man hat das Gefühl in eine eigene Welt abzutauchen und ein Teil dieser zu sein. Obwohl es sich bei diesem Buch um einen Jugendfantasyroman handelt, so möchte ich doch behaupten, dass die sprachliche Qualität eher High Fantasy entspricht. Diese massive Informationsdichte drosselt auch die Lesegeschwindigkeit und bremst dadurch ein wenig den Lesefluss.

Cover: 

Das Cover ist traumhaft. Die Elfe, die einen direkt anschaut aus ihren dunkel-geschminkten Augen. Im ersten Moment wirkt sie zart und verletzlich, doch wenn man die Augen länger betrachtet merkt man, dass die Augen eine gewisse Härte ausstrahlen. Das schwarze Cape, in das die Elfe gehüllt ist glitzert wundervoll und ist ein wahrer Eye-Catcher, der Lust auf das Geheimnis macht, das sich unter dem Buchdeckel befindet. Ich hab mich sofort verliebt und mir war klar, dass ich entdecken muss, was sich dahinter verbirgt.

Fazit: 

Die Geschichte ist traumhaft und beinhaltet alles, was ein Jugendfantasyroman braucht. Dennoch muss ich einen Stern abziehen, da die anfängliche Leseeuphorie irgendwann in Frust umschlug. Das hat nichts mit dem Inhalt an sich zu tun, sondern ist lediglich dem Schreibstil geschuldet. Ich hatte manchmal das Gefühl, dass sich Gesa Schwartz in den Details verliert und man dadurch Essentielles verpasst. Klingt erstmal nicht logisch. Aber wenn die Szenen so detailliert beschrieben werden, dass man das Gefühl hat, nicht voran zu kommen, beginne ich grob zu überspringen. Und dabei verpasse ich möglicherweise wichtige Informationen. Gerade zum Ende hin wurde es ein paar mal sehr langatmig. Diese Geschichte voller Zauber, Magie und Geheimnissen ist wundervoll und verdient es gelesen zu werden, doch ich denke der Leser muss sich bewusst sein, dass die Sprache die ihn erwartet, ihn in den Bann ziehen wird. Man braucht Geduld und Muse, um all das auf sich wirken lassen zu können. Ich hatte sie leider nicht zur Genüge. An Gesa Schwartz und ihren erstklassigen Fantasyschätzen scheiden sich die Geschmäcker. Ich möchte es euch wirklich ans Herz legen, denn die Geschichte ist toll. Liebe, Freundschaft, eine Welt voller magischer Wesen, viel Spannung und Abenteuer, also wirklich alles, was gute Fantasy ausmacht. Autor: Gesa Schwartz

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