Montag, 7. Dezember 2015

Rezension zu Katrin Koppolds "Mondscheinblues"

Bewertung  5 Sterne


Inhalt:

Nina arbeitet für eine Frauenzeitschrift und organisiert eine Fotoreportage über die Flitterwochen ihrer Kollegin in Cornwall. Dummerweise platzt die Hochzeit und Ninas Chef besteht darauf, dass sie den Platz der Braut einnehmen soll. Da sie keinen Freund an ihrer Seite hat, wird kurzerhand ein passender Bräutigam gebucht. Die Wahl fällt auf Tom, einen Ex-Rockstar, der einen exzessiven Lebenswandel pflegt und sich mit Partys und Alkohol die Zeit vertreibt. Nina ist das krasse Gegenteil. Sie ist verbissen und perfektionistisch und wenn sie etwas hasst, dann ist es die Kontrolle zu verlieren. Eine turbulente und äußerst witzige Reise durch Cornwall beginnt, bei der die beiden, die sich in nichts einig zu sein scheinen, ein verliebtes und frisch vermähltes Paar mimen sollen. Doch je mehr Zeit die beiden zusammen verbringen, desto näher kommen sie sich….

Charaktere:

Die Protagonisten Nina und Tom könnten unterschiedlicher nicht sein. Sie ist ehrgeizig und kontrollsüchtig, sieht bei jedem Essen als erstes die Kalorien vor dem inneren Auge und versucht nach außen, die perfekte Illusion ihrer Person aufrecht zu erhalten. Das Verhältnis zu ihrem Vater ist problematisch, denn egal was sie tut, nichts scheint ihm recht zu sein. Tom hingegen lebt in den Tag hinein, gibt ab und an Klavierstunden und feiert ausgiebig. Der Erfolg seiner Band liegt schon einige Zeit zurück und er zehrt noch von den Resten des einstigen Ruhms. Auch sein elterliches Verhältnis ist schwierig, denn auch ihnen ist der Lebenswandel des Sohnes ein Dorn im Auge. Beide Protagonisten sind mit sich selbst unzufrieden und verstecken ihre wahren Gefühle. Erst auf der gemeinsamen Reise können sie nach und nach die harte Schale des anderen knacken und die wahren Gefühle und Emotionen freisetzen. Katrin Koppold hat den beiden, trotz den Klischees, die sie vermeintlich zu erfüllen scheinen, sehr viel Charakter und Tiefe gegeben. Sie sind facettenreich und vielschichtig, haben beide ihre inneren Dämonen, die sie verfolgen und irgendwie schaffen sie es nicht, diese alleine zu vertreiben.

Schreibstil:

Man fliegt nahezu durch das Buch. Die Geschichte ist so lebendig und leicht geschrieben, dass man gar nicht merkt, wie die Zeit beim Lesen verfliegt. Die Protagonisten sind so menschlich und real beschrieben, dass man mit ihnen mit fiebert und all ihre Emotionen teilen kann. Katrin Koppolds Sprache ist abwechslungsreich und vermittelt die unterschiedlichsten Stimmungen und Gefühle. Die Szenerien sind sehr lebendig beschrieben, so dass man das Gefühl hat, die Geschichte live mitzuerleben. Gerade das Honeymoon durch Cornwall ist so detailliert geschildert, dass man Fernweh bekommt. Die Erzählperspektive wechselt regelmäßig zwischen Tom und Nina hin und her, so dass man die Geschichte mal aus männlicher, mal aus weiblicher Sicht erlebt. Das bringt Dynamik und Abwechslung, zudem ermöglicht es dem Leser, die beiden Protagonisten besser kennenzulernen.

Fazit:


Katrin Koppold hat mit ihrem Roman einen amüsanten und kurzweiligen Chit-Lick-Roman geschrieben. Auch wenn primär das Thema Liebe im Vordergrund steht, so bieten die Charakterstrukturen und Lebensgeschichten der beiden Protagonisten genug Vielfalt und Tiefgang, um nicht als klassische Liebesschnulze zu enden. Sowohl die Geschichte an sich, als auch der Erzählstil haben mich gefesselt. Ich habe mit den beiden mit gefiebert und alle ihre Emotionen geteilt. Und ich muss unbedingt nach Cornwall. Die Beschreibungen haben mich so fasziniert und neugierig gemacht. Es ist eine wunderschöne Geschichte voller Gefühl, bei der Freud und Leid so nah beieinander sind. Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen und ich freu mich schon auf andere Bücher der Autorin. Ich empfehle dieses Buch jedem, der gerne Geschichten liest die humorvoll und romantisch sind und direkt ans Herz gehen.

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