Samstag, 16. Januar 2016

Andreas Rezension zu Sandra Bäumlers "Feenglut"

Bewertung 5 Sterne


Inhalt:

Seit ihrer Kindheit sind die beiden Schwestern Kayla und Naias auf sich gestellt und kämpfen um ihr Überleben. Kayla verdingt sich hierfür als Schwertkämpferin in den Arenen des Landes, um ihre über alles geliebte Schwester zu beschützen. Mit dem Ziel, genug Geld für Naias Heilerausbildung zu verdienen, machen sich die grundverschiedenen Schwestern auf den Weg nach Ro’an, um an den dortigen Arenakämpfen teilzunehmen. Noch ahnt Kayla nicht, welche schicksalhafte Begegnung sie in Ro’an erwartet. Denn ein geheimnisvoller Krieger kreuzt ihren Weg, der sie auf der Stelle in seinen Bann zieht. Eine verhängnisvolle Wette, deren Einsatz Kaylas Freiheit ist, bringt Naias in Gefahr und verändert einfach alles. Wird sie ihr Leben als Sklave hinnehmen, um ihre Schwester zu retten?

Charaktere:

Ich war beim Lesen von der Vielfalt und der Tiefe der Charaktere absolut beeindruckt. Nichts ist wie es scheint. Unter diesem Motto entwickelt die Autorin ihre Figuren und schafft dadurch eine emotionale Bindung an die einzelnen Rollen. Im Mittelpunkt der Geschichte steht die junge Kämpferin Kayla. Auf den ersten Blick wirkt sie willensstark und unerschütterlich. Doch im Laufe des Buches bricht ihre Maske auf und man erkennt, wie verletzlich sie tief im Inneren ist. Der Schutzwall, den sie um ihr Herz aufgebaut hat, bröckelt Seite für Seite. Im Gegensatz zu Kayla wirkt Naias zu Beginn des Buches unheimlich zerbrechlich und ein wenig naiv. Doch auch bei diesem Charakter merkt man schnell, dass sich ein zweiter Blick lohnt. Naias ist unerschrocken, herzensgut und nicht ansatzweise so hilflos wie zuerst angenommen. Ein weiterer wichtiger Charakter ist der geheimnisvolle Krieger. Hier möchte ich allerdings noch nicht allzu viel verraten. Er ist jedoch mit verantwortlich für Kaylas Wandel und erlebt selbst auch immer wieder das pure Gefühlschaos. Genau diese Berg- und Talfahrten der Protagonisten machen das Buch so lebendig und spannend, dass man es nicht mehr aus den Händen legen möchte.

Schreibstil:

Die Autorin Sarah Bäumler hat einen recht einfachen und flüssig zu lesenden Schreibstil. Hierbei gelingt es ihr unfassbar gut jene Bilder im Kopf heraufzubeschwören, die einen unmittelbar in die Welt von Kayla eintauchen lassen. Die detailreiche und ausführliche Beschreibung der Umgebung ermöglichen eine klare Vorstellung der Szenerie. Diese Bildhaftigkeit verleiht der Geschichte Tiefgang.

Fazit:

Selten hat mich ein Buch mit seinen facettenreichen und tiefgründigen Figuren so gefesselt wie Sandra Bäumlers Feenglut. Ich fühlte mich direkt mit Kayla verbunden und erlebte durch die detaillierten Beschreibungen der Autorin ihre Gefühlsausbrüche intensiv mit. Das gesamte Buch empfand ich als angenehmes und spannendes Leseerlebnis. Einziger Kritikpunkt meinerseits ist der Prolog. Hier sind unfassbar viele Informationen relativ komprimiert enthalten. Erst recht spät im Buch wird ein Zusammenhang zur Geschichte hergestellt. Auch wenn mich der Prolog anfangs etwas irritiert hat, war ich von der Geschichte so fasziniert, dass ich ihr fünf Sterne geben muss.

Feenglut ist eine zauberhafte und liebevoll gestaltete Geschichte mit einer für mich neuen Plot-Konstruktion. Ein Buch, das ich jedem Fantasy-Fan ohne Einschränkung weiter empfehlen kann.

© Andrea Kaldonek

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