Samstag, 11. Juni 2016

Blogtour zu Anke Höhl-Kaysers "Der Zeitwandler - Restart"

Herzlich willkommen zu Tag 6 der Blogtour zu "Der Zeitwandler - Restart" von Anke Höhl-Kayser.
Nachdem ihr gestern etwas über die mittelalterlichen Knappen bei Barbara erfahren habt, möchte ich euch heute die Ritter und das Rittertum etwas näher bringen.

Was ist ein Ritter?


Definition laut dem Neuen Ploetz, dem Lexikon der Weltgeschichte:
"Im Mittelalter der adlige, vollgerüstete, zu Pferde kämpfende Krieger; war zum Kriegsdienst verpflichtet und wurde durch ein Lehen entlohnt. Im Hochmittelalter verdrängte das Aufgebot der Ritter das alte Volksaufgebot. Die Ritter wurden im 10.-11. Jh. zu einem erblichen Stand mit besonderen Tugenden (Tapferkeit, Treue, Zucht, Frauendienst, Schutz für Arme und Schwache) und einer höfischen Kultur nach französischem Vorbild. Ritter wurde man nach einer Knappenzeit durch die Schwertleite, später (seit Ende 12. Jh.) durch den Ritterschlag. Nach Abschließung des Standes (13. Jh.) konnte Ritter nur werden, wer ritterbürtig war. Im Spätmittelalter  durch das Fehlen großer politischer Aufgaben, Umstellung des Kriegswesens auf Feuerwaffen und wachsende wirtschaftliche Bedrängnis, Zerfall sowie fast völliger Untergang des Rittertums, teilweise Niedergang zum Raubrittertum. In einigen Ländern wurde die Bezeichnung Ritter zum Adelstitel."

Die meisten Adligen des Mittelalters waren keine Ritter. Aus finanziellen und familiären Gründen zogen es viele vor, zeit ihres Lebens Edelknechte (lat. Armigeri, „Schildträger“), und damit ritterbürtige und waffentragende Krieger zu bleiben. Auch bei Hochadligen war die Ritterwürde keineswegs selbstverständlich. Manchmal wurde sie gegen Zahlung einer erheblichen Summe erkauft.

Quelle: Wikipedia
Besonders bei Turnieren wurde streng zwischen Rittern und Edelknechten unterschieden. So durften Ritter beispielsweise mit drei Pferden auf dem Turnierplatz erscheinen, Knechten wurden nur zwei zugestanden. Vor großen Schlachten versuchten viele Feudalherren die Kampfmoral ihrer Truppen zu stärken, indem man diese Edelknechte in großer Anzahl in den Ritterstand aufnahm.
Gelegentlich wurden sogar tapfere nichtadlige Kriegsknechte zu Rittern geschlagen oder mit dem Schwert umgürtet. Diese Standeserhöhungen waren aber meist nur symbolischer Natur, vergleichbar mit heutigen Ordensverleihungen, denn den so ausgezeichneten Knechten fehlten meist die nötigen finanziellen Mittel, um die Ritterwürde dauerhaft anzunehmen. Einige besonders tapfere Kämpfer wurden sogar mehrere Male zum Ritter geschlagen, blieben aber weiterhin Edelknechte.
(Quelle: Wikipedia)

Das Rittertum entwickelte sich erst im Verlauf des Hochmittelalters vom „Beruf“ hin zum Geburtsstand. Ursprünglich meint „Ritter“ nur den berittenen Krieger, nicht automatisch den Adeligen.
Quelle: Pixabay
Da die Ausrüstung solcher Reiterkrieger sehr kostspielig war, die Wehrbereitschaft allerdings auch in Friedenszeiten immer gegeben sein musste, verschloss sich der Ritterstand immer mehr gegen Aufsteiger aus ärmeren Schichten. Falls der Krieger nicht über ein genügend großes Vermögen verfügte, versah man ihn mit einem Lehen, überließ ihm also ein Stück Land oder ein Gut zur Bewirtschaftung oder Verwaltung.
Viele solcher Lehen erwiesen sich aber als zu klein oder zu wenig rentabel. Mit der Standeswerdung des Rittertums verringerte sich die Zahl der Ritter deutlich: Nur den Wohlhabenden gelang der Aufstieg in den niederen Adel, zahllose Rittergeschlechter fielen wieder zurück in den Bürger- oder Bauernstand, aus dem sie ursprünglich gekommen waren.
(Quelle: Wikipedia)

Im Buch wird dem Leser in verschiedensten Szenen das mittelalterliche Leben am Hof des Königs Edward I. präsentiert. Einige Aspekte fand ich besonders interessant und möchte diese ein wenig vertiefen.

The Tower, London (Quelle: Pixabay)
Dennis erlebt das höfische Leben im Körper Wulfrics, sieht es durch dessen Augen und bekommt auch immer Erklärungen geliefert zu dem, was er sieht. (In Zitaten kursiv dargestellt)
Ein wichtiger Charakter hierbei ist Philip Burnell, der uneheliche Sohn des Lordkanzlers von Edward. Um seinem Sohn, der wegen des herrschenden Zölibats als Bastard geboren wurde, die Möglichkeit zu geben in den Ritterstand erhoben zu werden, also ritterbürtig zu werden, wird dieser offiziell als dessen Neffe ausgegeben und ist Knappe Edwards. Immer wieder erklärt Wulfric Dennis wichtige Aspekte des Rittertums anhand von Situationen die unter anderem Philip erlebt.


Was macht einen Ritter aus?

"Sie hielten sich so gerade, als säßen sie anstelle von Stühlen auf dem Pferderücken, und sie präsentierten ebenso beiläufig Narben auf Gesichtern, Händen und Armen, wie manche Jungs in der Gegenwart ihre Tattoos herzeigten.Edwards Kriegsherren, kommentierte Wulfric süffisant. Seine obersten Ritter, Politiker und Freunde." (Buchzitat "Der Zeitwandler - Restart")

"Diese Männer waren echte Ritter! Sie hatten, in Rüstungen gekleidet, auf Kriegsrössern mit Schwertern gekämpft. Das verrieten nicht nur ihre massigen, muskulösen Körper und ihre kantigen Gesichter. Sie rochen nach Blut und Metall, nach Ruhm und Heldentaten. Romantisch, romantisch, spottete Wulfric. Das hier sind die Soldaten des Mittelalters und das bedeutet: Jeder von ihnen tötet ohne mit der Wimper zu zucken, wenn er der Überzeugung ist, dem Kodex des Rittertums Genüge zu tun. Dazu gehört auch die unbedingte Ausrottung von sogenannten "Ungläubigen"." (Buchzitat "Der Zeitwandler - Restart")

Typische Waffen eines Ritters:


Quelle: Pixabay
Das Schwert war neben der Lanze die am weitesten verbreitete Waffe des Ritters. Weitere Waffen, die Ritter verwendeten, waren Morgenstern, Streitaxt, Kriegshammer und Streitkolben. Mit der Entwicklung des Topfhelms und dem Aufkommen von Beinschienen im hohen Mittelalter, wurden die Schilde kleiner und entwickelten sich zum Dreieckschild. Der Topfhelm, der das Gesicht völlig verdeckte, beförderte auch die Entwicklung der Wappen, um sich trotz Rüstung gegenseitig zu erkennen. Daher sind diese Schilde auch als Wappenschild bekannt. Schilde des Spätmittelalters waren Tartsche und Buckler (Faustschild).
Quelle: Pixabay
Der Topfhelm wandelte sich im späten Mittelalter zu Helmformen mit beweglichem Visier, darunter etwa die Hundsgugel. Die Rüstung wandelte sich vom karolingischen Schuppenpanzer zum hochmittelalterlichen Kettenhemd, das bereits in früheren Epochen weit verbreitet war. Ab dem 13. und 14. Jahrhundert machte die Entwicklung und der häufige Einsatz von effektiven Fernwaffen wie Armbrust und Langbogen eine immer stärkere Körperpanzerung erforderlich. So wurden zunächst Brustpanzer, sowie Arm- und Beinschienen zum Kettenhemd getragen, bis sich schließlich der fast vollständig den Körper bedeckende Plattenpanzer entwickelte.
Das Tragen eines Waffenrocks über der Rüstung verbreitete sich offenbar erst im Laufe des 12. Jahrhunderts im Zuge der Kreuzzüge, ursprünglich wohl als Anpassung an die heiße Wüstensonne unter der die Eisenrüstungen sehr heiß werden konnten. Mäntel wurden allerdings bisweilen erheblich früher über der Rüstung getragen.

Schlachtrösser:


Was wäre ein Ritter ohne Pferd? Zumindest aus unserer romantisierten Sicht gehört zu einem Ritter immer auch das passende Pferd, auf dem er in die Schlachten zog.
"Das sind Streitrösser, kommentierte Wulfric. Dafür ausgebildet, in Schlachten zu kämpfen und Gegener niederzutreten. Sie müssen stark genug sein, um Männer in schweren Rüstungen zu tragen, müssen unerschrocken sein, um Kriegslärm auszuhalten, und aggressiv, denn sie werden wie Waffen eingesetzt. Edward hat jede Menge davon. Sie stammen aus edelstem Geblüt, und manche von diesen hier sind schon in Heldenliedern besungen worden." (Buchzitat "Der Zeitwandler - Restart")

Quelle: Pixabay
Diese Pferde stammten aus den edelsten Zuchten, waren bestens ausgebildet und in Anschaffung und Unterhalt teuer. Sie mussten das Gewicht eines schwer gepanzerten Reiters, oft auch das einer eigenen Panzerung tragen und gleichzeitig in der Lage sein, in der Angriffsformation die notwendige Geschwindigkeit zu erreichen, um die gegnerische Infanterie niederzureiten (schwere Reiterei). Die erfolgreichsten unter ihnen wurden, ähnlich wie die Helden oder deren Schwerter, glorifiziert und in Liedern wie z. B. in der Edda besungen. Die Pferde mussten ständig trainiert und ausgebildet werden (vgl. Reitkunst). Standen Kriege oder Turniere bevor, wurden sie geschont und nebenhergeführt – zum Reisen bevorzugte man damals bequemere Gangpferde, so genannte Zelter oder Tölter – und nur für den eigentlichen Einsatz geritten.
Die Kriegspferde der Antike waren durchweg relativ kleine Pferdetypen, vergleichbar den heutigen Camargue-Pferden. In Mitteleuropa begann sich die Pferdezucht verschiedener Rassen erst im späten Mittelalter stärker zu entwickeln. So wurden für die durch ihre Panzerung immer schwerer werdenden Ritter größere, kräftigere und damit auch eher grobknochige Pferde benötigt. Das klassische Ritterpferd des 14. Jahrhunderts ist das Resultat dieser Bestrebungen. Vereinzelte Funde von für damalige Verhältnisse sehr großen Pferden mit einer Schulterhöhe von 160 cm belegen diese Versuche. Die spätmittelalterlichen Ritterpferde waren allerdings keine Kaltblutpferde. Diese großen Tiere sind eine Züchtung der Neuzeit und erst seit dem 19. Jahrhundert weiter verbreitet.
(Quelle: Wikipedia)

Rittertugenden:

"Und die Erziehungsmethoden haben sich im Laufe der Jahre ein wenig gewandelt. [...] Das nennt man "in die Zucht bringen", und die Zucht ist eins der zwölf Gebote des Rittertums. Eine Veredelung von Philips Charakter." (Buchzitat "Der Zeitwandler - Restart")
Für einen Ritter ist natürlich auch ein gewisses Auftreten wichtig. Im Buch erwähnt Wulfric zwar nur 12 ritterliche Tugenden, doch ich habe diese 13 hier gefunden und finde, dass alle typisch für einen standesgemäßen Ritter sind.

diemüete: Demut (S)
êre [eːrə]: ritterliches Ansehen, Würde (P)
güete: Freundlichkeit (S)
hôher muot [ˈhohər ˈmu.ɔt]: seelische Hochstimmung (P)
höveschkeit: Höfischkeit, Höflichkeit (S)
manheit: Tapferkeit (S)
mâze [ˈmaːsə]: maßvolles Leben, Zurückhaltung (P)
milte: Freigiebigkeit, Großzügigkeit (S)
minne: Dienstbare, hingebungsvolle Liebe (P)
staete: Beständigkeit, Festigkeit (P)
triuwe [ˈtryvə]: Treue (S)
werdekeit: Würde (P)
zuht [ˈtsʊxt]: Erziehung nach festen Regeln, Anstand, Wohlerzogenheit (P)

Quelle: Pixabay
Die ritterlichen Tugenden bestanden aus persönlichen (P) wie sozialen (S) Normen, die zum einen das Ansehen des Rittertums und damit des Adels überhaupt erhalten und begründen (êre, zuht), aber auch die Ordnung der sozialen Beziehungen der Menschen festigen und garantieren sollten. Sie dienten damit auch der Legitimation des Adels als des vornehmsten Standes.

"Diese Männer sind, auch wenn sie Edwards Untergebene sind, ihrem König nicht nur in der Pflicht verbunden. [...] So ist es Brauch in dieser Zeit. Treue, Demut Güte und Freundlichkeit sind Rittertugenden, die das Arbeitsverhältnis bestimmen. Edward ist weit mehr als der Chef, er ist der geliebte und verehrte Bruder. Sie würden sich Arme und Beine für ihn abhacken lassen, sie würden ihm ihr Leben opfern, wenn nötig.(Buchzitat "Der Zeitwandler - Restart")

Sie fußten auf den militärischen Tugenden Treue und Tapferkeit (denn Ritter waren zunächst die Soldaten eines Lehnsherren), überstiegen diese jedoch weit. Die höveschkeit, aus der sich der neuhochdeutsche Begriff der Höflichkeit herleitet, bezeichnet die Umgangsformen am Hof, das gesittete und musisch gebildete Verhalten.


Hiermit beende ich meinen Ausflug in das wilde und aufregende Leben der Rittersleut. Ich hoffe, ihr hattet ebenso viel Spaß wie ich bei diesem Exkurs. Wenn ihr mehr Informationen wollt, kommt ihr über die Wikipedia-Links unter den Artikelausschnitten direkt auf die jeweilige Seite, auf der ihr natürlich noch viel mehr Informationen findet. Die kursiven Passagen in den Romanzitaten sind Äußerungen Wulfrics. Ich habe sie, genau wie im Buch, zum besseren Verständnis ebenfalls kursiv hervorgehoben.




1. Preis
Natürlich gibt es wie immer auch etwas Tolles zu gewinnen. Um eure Chance auf einen der super Preise zu erhöhen, könnt ihr durch das Beantworten der jeweiligen Tagesfrage der einzelnen Blogtourtage Lose sammeln. Das heißt, dass je mehr Fragen ihr richtig beantwortet, desto mehr Lose mit eurem Namen landen im Lostopf. Heute möchte ich folgendes von euch wissen:

Welche ritterliche Tugend ist für euch die Wichtigste, die einen Ritter in euren Augen ausmacht?


2. Preis



Zu gewinnen gibt es:

1. Preis: 2x 1 Print "Der Zeitwandler - Restart"
2. Preis: 2x 1 Print "Magische Novenbertage"
3. Preis: 2x 1 Baseballkappe "Mondlicht in deinen Augen"





Teilnahmebedingungen:
Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
Das Gewinnspiel wird von CP - Ideenwelt organisiert.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Das Gewinnspiel endet am 12.6.2016 um 23:59 Uhr.

Damit ihr auch keinen Blogtourtag verpasst, hier nochmal die einzelnen Stationen im Überblick:

1. Tag: Buchvorstellung und Autorenvorstellung gerne als Video mit Leseprobe bei Jasmin

2. Tag: Der Zeitwandel bei Sarah

3. Tag: Klassenfahrt bei Nadja

4. Tag:  Edward I. bei Christiane

5. Tag: Die Knappen im Mittelalter bei Barbara

6. Tag: Das Rittertum bei mir

7. Tag: London (früher & heute) bei Hjördis

8. Tag: Gewinnspielauslosung auf allen Blogs

Kommentare:

  1. Hallo,

    ich finde, dass Tapferkeit und Treue die wichtigsten Tugenden eines Ritters sind.

    LG Tina

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  2. Morgen :-)
    Ganz klar Tapfer und die Ehre sind die wichtigsten Tugenden.!
    LG Jenny
    jspatchouly@gmail.com

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  3. Tapferkeit auf jedenfall.

    Liebe Grüße,
    Daniela

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  4. Ich denke auch, die Tapferkeit ist die wichtigste Tugend. Was nützt einem ein Ritter / Krieger, der feige vom Schlachtfeld reitet ;-)
    LG
    Manuela

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  5. Hallöchen. :)
    Danke für deinen tollen Beitrag. :)
    Ich finde auch Tapferkeit am wichtigsten.
    Alles Liebe,
    Katja

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  6. Hallo,
    vielen Dank für deinen interessanten Beitrag. :)
    Ich finde, die wichtigsten Eigenschaften eines Ritters sind für mich definitiv Tapferkeit und Treue.
    Liebe Grüße
    Isabell

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  7. Guten Morgen :)

    Ich finde das wichtigste ist Tapferkeit.

    Toller Beitrag vielen lieben dank.

    Wünsch dir noch einen schönen Tag und liebe Grüße Michelle

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