Freitag, 10. Juni 2016

Rezension zu David Hairs "Die Brücke der Gezeiten - Ein Sturm zieht auf"


Titel: Die Brücke der Gezeiten – Ein Sturm zieht auf
Autor: David Hair
Verlag: penhaligon
Seiten: 512
ISBN: 978-3764531287
Preis: 15,00 € (Print) / 11,99 € (E-Book)/ 24,95€ (Hörbuch)
Erschienen: 12/2013
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Die Mondflutbrücke liegt tief unter der Ozeanoberfläche. Aber alle zwölf Jahre erhebt sie sich aus den Fluten und verbindet die beiden Kontinente Yuros und Antiopia. Zweimal schon hat Yuros seine Armeen von Kriegern und Magiern über die Brücke geführt, um das Nachbarreich zu unterwerfen. Jetzt naht die dritte Mondflut, und der Westen rüstet sich zum finalen Schlag. Aber es sind drei unscheinbare Menschen – ein gescheiterter Magie-Schüler, eine Spionin und Mörderin, die ihr Gewissen entdeckt, und ein einfaches Marktmädchen –, die über das Schicksal der Welt entscheiden werden …
Der Auftakt zu einem atemberaubenden Epos.









Ein recht schlichtes, aber ansprechendes Cover ziert den 512 Seiten starken ersten Band der High-Fantasy-Saga von David Hair. Die Brücke steht im Zentrum des Covers. Eine im Hintergrund angedeutete Karte, sowie ein Reiter, der vom Leser abgewendet dargestellt ist, vervollständigt die Optik des Titelbildes. Die Farbgebung ist durch die Blau- und Grautöne eher zurückhaltend kühl und vermittelt damit gut den Untertitel des Buches: Ein Sturm zieht auf. Zu Beginn des Buches wird man regelrecht von Informationen überflutet. Zu viele Namen, Protagonisten und Orte verwirren zunächst und erschweren dem Leser den Einstieg in das Buch. Als kleine Orientierungshilfe enthält der Roman glücklicherweise eine schöne Karte der Welt Urte, die David Hair mit viel Liebe zum Detail erschaffen hat. Ebenso kann der Anhang mit vielen wertvollen Erklärungen über Personen, Religionen, Magie und wichtige Orte zu einem besseren Verständnis beitragen. Auch wenn die Fülle anfangs verwirrend erscheint und das Lesen erschwert, so waren es gerade die vielen Kleinigkeiten und Details, die mir die Geschichte haben ans Herz wachsen lassen. Der Schreibstil von David Hair ist sehr angenehm und die gehobene Sprache unterstreicht den besonderen Charakter dieses High-Fantasy-Romans. Die Hauptfiguren des Buches sind sehr detailliert und facettenreich beschrieben, allerdings kann ich nach dem ersten Teil nicht einschätzen, ob wirklich alle gegebenen Informationen für den Verlauf der Romanreihe notwendig sind. Man behält gerade am Anfang schwer den Überblick und es stört den Lesefluss, weil man immer wieder blättern muss, um sich zu orientieren. Zur Mitte des Buches hin kristallisieren sich drei Hauptstränge mit drei Protagonisten heraus, die noch unabhängig voneinander die Geschehnisse der Geschichte aus ihrer Sicht erzählen. Während man sich im ersten Drittel der Erzählung auf Grund der Informationsdichte etwas durchkämpfen muss, schafft David Hair es im weiteren Verlauf die Spannungsbögen geschickt aufzubauen und man möchte das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen. Die Welt Urte spiegelt viele unserer eigenen Probleme in Vergangenheit und Gegenwart wider und man identifiziert sich schnell mit den Protagonisten und ihren emotionalen Ausbrüchen. Enttäuscht war ich von der Qualität des Prints. So haben sich trotz pfleglicher Handhabung deutliche Leserillen gebildet und an manchen Stellen des Buches hat man das Gefühl, die Klebestellen lösen sich gleich auf. Vielleicht habe nur ich Pech mit meinem Exemplar gehabt, dennoch finde ich es sehr schade, wenn das Buch nach dem ersten Lesen aussieht als hätte man es durch eine Müllpresse gejagt.


Lieblingsstelle: 
„Aber die Kinder hatten es schließlich geschafft – mit ihrem entwaffnenden Vertrauen, mit ihrem aufrichtigen Lächeln und ihren albernen Spielen, die ihr das Lachen wieder beigebracht hatten. Vier Jahre waren es jetzt, in denen sie sich endlich wieder lebendig gefühlt hatte, gemerkt hatte, dass das Leben mehr sein konnte als nur verrinnende Tage.“


Zu Beginn des Buches war meine Leselust eher gebremst. Ich hatte Schwierigkeiten diese Flut an Informationen zu sortieren und in die Geschehnisse abzutauchen. Doch nach den ersten 70 Seiten hatte ich mich soweit eingelesen, dass ich emotional und geistig voll in der Geschichte drin war. Ich habe mit Alaron bei seiner Abschlussprüfung gezittert, habe mit Ramita um ihre verlorene Liebe geweint und mit Elena für ihre Unabhängigkeit gekämpft. David Hair ist es gelungen, eine eigene Welt mit viel Herzblut zu kreieren, die den Leser auf eine emotionale und spannende Reise mitnimmt. Man fühlt sich „zu Hause“ und viele Themen rund um Macht, Religion, Hoffnung und Liebe haben mich oft an unsere eigene Geschichte erinnert und ermöglichen ein reflektiertes Lesen, trotz der großartigen Fantasy-Elemente rund um die Magie. Auch wenn die Geschichte an einigen Stellen etwas langatmig und der Einstieg schwierig ist, kann ich dieses Buch jedem Fantasy-Liebhaber empfehlen und bin schon ganz neugierig, wie es auf Urte weitergeht.







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