Donnerstag, 7. Juli 2016

Rezension zu Elke Thomazos "Die Steinheilerin"


Titel: Die Steinheilerin
Autor: Elke Thomazo
Seiten: 350
ISBN: 978-3959914444
Preis: 14,90€ (Print) / 4,99€ (E-Book)
Erschienen: 11/2015
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Freising im Jahr 1590. Eine Hexenverfolgungswelle versetzt die Stadt in Angst und Schrecken und macht auch vor der jungen Heilerin Gret nicht halt. Mit den wertvollen Heilsteinen ihrer Lehrmeisterin im Gepäck, entrinnt das Mädchen nur knapp einer Gefangennahme. Sie flieht mit ihrem Freund Jacob und gerät dabei in die Fänge von Wegelagerern. Doch das bleibt nicht ihre einzige Sorge: Auch ein rachsüchtiger Kaufmannssohn heftet sich an ihre Fersen.




Dieses Mal wurde ich vom Titel angelockt. „Die Steinheilerin“ klang vielversprechend und das dezente Cover mit Pergament und grünen Halbedelsteinen machte mich neugierig. Was mir bei den Drachenmondbüchern immer besonders gut gefällt, sind die Verzierungen auf jeder Seite. Zudem unterstreichen die besonders schmucken Initialen zu Beginn jeden Kapitels den besonderen Charme dieses Historienromans, da sie an die liebevoll verzierten Handschriften längst vergangener Zeiten erinnern. Optisch ist dieses Taschenbuch für mich schon mal ein Volltreffer.
Elke Thomazo hat einen angenehm zu lesenden und dennoch gehobenen Schreibstil, der sehr gut zu geschichtlichen Romanen passt. Immer wieder streut sie Floskeln und Vokabeln ein, die im heutigen Alltagsgebrauch nicht mehr verwendet werden und der Story Authentizität verleiht. Aber keine Sorge, diese Worte sind im Text dezent integriert und dominieren nicht, außerdem kann man sie jederzeit im angefügten Glossar nachschlagen, das im Vergleich zu manch anderem Historienroman recht übersichtlich ausfällt.
Die Figuren sind sehr detailreich beschrieben und bekommen durch verschiedenste Charaktereigenschaften die nötige Tiefe, um sich mit ihnen identifizieren zu können.
Die Autorin katapultiert den Leser direkt in die dramatische Zeit der Hexenprozesse und führt uns schmerzhaft vor Augen, wie wenig damals gereicht hat, um eine Anklage als Hexe zu bekommen. Man bekommt ein gutes Gefühl für die rauen Sitten und die harten Lebensumstände, die Ende des 16. Jahrhunderts in Bayern, aber auch im restlichen Deutschland, herrschten. Elke Thomazo hat spannende Handlungsbögen gezogen, Einblicke in die Heilarbeit mit Steinen nach Hildegard von Bingen gegeben und überzeugt mit überraschenden Wendungen. Sie verbindet Liebe, Intrigen und Dramatik mit Kriminalelementen und lehrt uns ganz nebenbei noch einiges über Geschichte und alternative Heilmethoden. Eine äußerst unterhaltsame Mischung mit einem Schuss Gesellschaftskritik, die die Abgründe der menschlichen Psyche aufzeigt.





Eine spannende und aufregende Zeitreise, die uns einen Einblick in Gesellschaftsstrukturen, die Hexenprozesse und das harte Leben Ende des 16. Jahrhunderts gibt. Mich hat der Roman jedoch nicht nur unterhalten, sondern auch oftmals zum Nachdenken angeregt. Immer wieder musste ich mich fragen, wie hätte ich mich verhalten. Eine absolute Leseempfehlung für Fans historischer Geschichten und jenen, die es gerne werden würden.




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