Mittwoch, 14. September 2016

Rezension zu Julia Adrians "Die Dreizehnte Fee: Entschlafen"


Titel: Die Dreizehnte Fee: Entschlafen
Autor: Julia Adrian
Seiten: 320
ISBN: 978-3959911337
Preis: 12,00 € (Print) / 3,99 € (E-Book)
Erschienen: 08/2016
Genre: Fantasy/ Märchenadaption
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Voller Begeisterung habe ich schon die ersten beiden Bände der Dreizehnten Fee verschlungen und von daher konnte ich die Veröffentlichung von Teil 3 kaum erwarten. Das Cover ist, wie schon bei den beiden Vorgängern, wieder genial geworden. Das auf den ersten Blick eher schlicht wirkende Titelbild wird durch viele kleine Details, wie dem Farbverlauf, den Ornamenten und den teilweise brennenden Blättern am Rand zum absoluten Hingucker. Wahre Buchschönheiten, die man sich jederzeit im Buchregal anschauen möchte. Aber nicht nur die Optik überzeugt, sondern auch der Inhalt. Ich habe mich bereits in die ersten beiden Teile verliebt und war nun gespannt, wie Julia Adrian die Geschichte um Lilith und den Hexenjäger auflösen wird. Zunächst möchte ich sagen, dass der Schreibstil wie immer einen ganz eigenen Charme hat und nicht jedermanns Geschmack treffen könnte. Die kurzen Sätze und schnellen Wechsel empfinde ich als sehr dynamisch und sie unterstreichen den rasanten Charakter der Erzählung. Mit ihren Worten malt die Autorin mir die schönsten Bilder in den Kopf und sei es das goldene Brunnenreich oder der wundervolle Garten in der Wasserstadt – die Beschreibungen sind so lebendig, dass die Geschichte wie ein Film vor meinem inneren Auge abläuft. Julia Adrian hat das Talent die Stimmungen der Szenerien direkt ins Leserherz zu transportieren. Man identifiziert sich und fühlt mit, spürt den inneren Kampf, das Aufbäumen, die Kraft. Lilith‘ Zerrissenheit und der Zwiespalt, in dem sie sich befindet, wird so lebendig beschrieben, dass ich sämtliche Gefühlsexplosionen ungefiltert miterlebt habe. Auch andere Protagonisten, die bisher noch geheimnisvoll und undurchsichtig waren, wie bspw. der Mogul, werden zu tragenden Figuren der Geschichte. Schicht für Schicht entblättert die Autorin die Schale des Charakters, um uns den wahren Kern ihrer Helden zu zeigen. Manch eine entpuppt sich als hässliche Fratze, andere erblühen von innen heraus. Gerade diese Vielschichtigkeit und Komplexität der Protagonisten machen diese Story zu etwas Einzigartigem und Märchenhaftem. Selten hat mich ein Buch so gefesselt und tief in die Welt der Märchen und Fantasie hinabgezogen. Ich wollte gar nicht mehr auftauchen und bin traurig, dass diese Reise mit diesem Teil bereits zu Ende ist. Auch wenn ich mir ein anderes Ende erhofft hatte und für mich noch manche Fragen ungeklärt sind, war es für mich ein fantastisches Finale einer grandiosen Trilogie.




"Keine Geschichte sollte endlos währen. Es muss ein Ende geben. Es gibt immer eines." Diesem Zitat kann ich leider nicht zustimmen. Für mich könnte dieses Märchen unendlich sein. Ich habe mich in der traumhaften Welt der Dreizehnten Fee verloren und möchte eigentlich nicht wieder gefunden werden. Ich könnte hier noch ewig verweilen und den Goldkindern beim Spielen zusehen oder den tickenden Uhren des Uhrmachers lauschen, die Nixen in den brechenden Wellen beobachten und tief in ihr Reich abtauchen. Ich wünschte, die Geschichte würde niemals enden…Und Wünsche erfüllen sich immer, hoffe ich zumindest. Julia Adrian ist für mich ein Ausnahmetalent, die mit ihrem Gespür für das geschriebene Wort und viel Gefühl eine wundervolle und neuartige Welt erschaffen hat, die mich staunend und sprachlos zurücklässt. Ein definitives Lesehighlight 2016 für mich, das ich jedem Fantasy- und Märchen-Freund, aber auch jedem anderen begeisterten Leser ans Herz legen muss.







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