Donnerstag, 25. Februar 2016

Rezension zu Trudi Canavans "Die Magie der Tausend Welten- Der Wandler"

Bewertung 5 Sterne


Inhalt:

Um Pergama vor der Akademie zu schützen, hat Tyen seine Heimat verlassen und bereist nun die tausend Welten mit dem Ziel vor Augen eine Möglichkeit zu finden, sie wieder in einen Menschen zurückverwandeln zu können. Valhan, der mächtigste Zauberer dieser Zeit, soll ihm bei seinem Vorhaben helfen. Als Gegenleistung für seine Bemühungen fordert Valhan, dass Tyen sich als Spion unter eine Gruppe von Rebellen mischt. Als den Freiheitskämpfern scheinbar tatsächlich gelingt Valhan zu töten, scheint Tyens Ziel in unerreichbare Ferne zu rücken. Doch kann der mächtigste Magier so einfach getötet werden? Ein kleines Zeichen, dass Valhan überlebt haben könnte, lässt die Hoffnung erneut aufkeimen und Tyen nimmt die Spur auf….


Charaktere:

Auch der zweite Teil wird wieder aus zwei Erzählperspektiven geschildert. Zum einen, wie schon im Inhalt erwähnt, Tyen, der auf der Suche nach einer Lösung ist, seine geliebte Pergama von ihrem Schicksal als Buch zu befreien. Und zum anderen wieder Rielle, deren Leben in Gefahr schwebt, denn ob Engel oder Magier, einige wollen ihr nichts Gutes, denn sie hat Kräfte, derer man sich bedienen möchte. Erstmals wird dem Leser klar, wie beide Figuren in die Geschichte passen. Die Plotstränge der Geschichte laufen immer näher zusammen und einige Figuren und Handlungen finden in diesem Teil endlich zusammen. Trudi Canavan hat auch in diesem Teil wieder eine Fülle verschiedenster Völker und Figuren erschaffen, die der Erzählung viel Tiefe und Facetten geben. Sowohl die verschiedenen Welten und ihre einzigartigen Gesetzmäßigkeiten als auch deren Bewohner, verleihen der Story sehr viel Leben und Exotik. Die Protagonisten sind so authentisch beschrieben, dass man sich als Leser wunderbar identifizieren kann.


Schreibstil:

Wie immer besticht die Autorin mit einer angenehmen Sprache, die zwar sehr bildreich und eindrücklich ist, aber zu keiner Zeit zäh wirkt. Man kann sich die Szenerien, Orte und Figuren sehr gut vorstellen, denn sie werden sehr detailliert beschrieben und Trudi Canavan versteht sich darin mit ihren Worten Stimmungen und Gefühle zu transportieren. Die verschiedenen Erzählperspektiven bieten sehr viele unterschiedliche Einblicke in die Lebensgeschichten der einzelnen Figuren, die dadurch viel differenzierter betrachtet werden kann. Geschickt gesetzte Cliffhanger am Kapitelende bevor die Sicht wechselt geben der Geschichte noch extra Schwung. Die Autorin verzaubert den Leser mit ihren Worten und entführt den Leser in eine spannende und einzigartige Welt voller Magie.


Cover:

Das Cover ist dem ersten Teil sehr ähnlich. Auf einem schwarzen Hintergrund sieht man einen in Goldtönen gewandeten Zauberer, der innerhalb eines Kreises mit vielen verschiedenen Symbolen steht und aus einem schwebenden Buch strömt Energie. Die Figur des Magiers und seine Gewänder sind dreidimensional dargestellt und wirken sehr dynamisch. Die unterschiedlich nuancierten Gold- und Gelbtöne geben dem Titelbild viel Wärme. Im Kontrast dazu steht der Name der Autorin und der Titel, die beide in kühlem Silber gehalten sind. Man bekommt in jedem Fall Lust, das Geheimnis dieses sehr ansprechenden Covers zu entdecken.


Fazit:


Eine wirklich gelungene Fortsetzung. Nachdem ich mit dem ersten Teil ein wenig meine Schwierigkeiten hatte, so hat dieser sehr viele Fragen, die ich mir nach dem Auftakt gestellt hatte, geklärt. Nach und nach verwebt die Autorin die einzelnen Plotfäden zu einem zusammenhängenden Geschichtsteppich. Wobei ich leider sagen muss, dass noch genügend Fragen offen bleiben, um einen weiteren Band, den ich nun schmerzlich herbeisehne, zu füllen. Mit jeder Seite wachsen einem die Protagonisten ans Herz und man fiebert mit ihnen mit. Mit viel Abwechslung und teilweise unvorhersehbaren Ereignissen verzaubert Trudi Canavan ihre Leser. Man begibt sich auf eine Abenteuerliche Reise durch die tausend Welten und ist gespannt, wie es mit Rielle, Tyen und Pergama weitergeht. Ich kann dieses Buch wirklich nur jedem Fantasy-Fan ans Herz legen. Dennoch möchte ich darauf hinweisen, dass es meiner Meinung nach ratsam ist, die Bücher in der Reihe zu lesen.

Wenn ich eure Neugier wecken konnte, dann könnt ihr hier das Buch kaufen....




Montag, 22. Februar 2016

Rezension zu Jordis Lanks "Rauklands Sohn"

Bewertung 5 Sterne



Inhalt:

Ronan ist der Sohn und Thronfolger Rauklands. Freundschaften und Liebschaften sind dem jungen Schwertkämpfer, der seinem Vater König Azel treu ergeben ist, fremd. Doch als er eines Morgens scheinbar trunken und ohne jegliche Erinnerungen in seinem Zelt vorgefunden wird, wendet sich sein Schicksal. An besagtem Morgen hat ein vom König geplanter Überraschungsangriff sehr vielen treuen Kämpfern Rauklands das Leben gekostet. Der König gibt seinem Sohn die Schuld an diesem Desaster, tobt und fordert Satisfaktion für die verlorenen Krieger. Er lässt seinen Sohn Ronan auspeitschen. Um ihm sein Vergehen dauerhaft in Erinnerung zu halten, schickt ihn Azel nach Lannoch, einer kargen Insel im Nordmeer. Ronan bekommt die Aufgabe dieses Eiland für Raukland zu erobern, doch mit seinen Schwertkünsten kommt er hier nicht ans Ziel. Er muss sich bewähren und alle ihm gestellten Prüfungen bestehen, denn andernfalls wäre nicht nur sein Anspruch auf den Thron, sondern auch sein Leben verwirkt....


Charaktere:

Mit viel Liebe zum Detail und ganz besonderen Charaktereigenschaften, hat Jordis Lank eine Fülle von Figuren erschaffen, die der Geschichte nicht nur Leben sondern auch Authentizität geben. Neben den wundervoll vielschichtigen Hauptfiguren, sind es vor allem die vielen Nebenfiguren, die mit ihren Einzigartigkeiten der Story noch mehr Herz und Tiefe verleihen. Der Leser wird in eine fantastische Welt entführt, die durch ihre Charaktere so lebendig wird, dass man das Gefühl beim Lesen bekommt, ein Teil davon zu sein. Die beiden Protagonisten Ronan und Liam sind mir dabei besonders ans Herz gewachsen. Auch wenn beide nicht unterschiedlicher sein könnten, so sind sie doch ein wundervoller Beweis dafür, was Freundschaft alles zu schaffen vermag.


Schreibstil:

Jordis Lank hat einen angenehmen Schreibstil. Mit ihren Worten entführt sie den Leser in diese raue und doch liebenswerte Szenerie. Die Art, wie die Autorin die Figuren und die Natur beschreibt, lässt einen automatisch in diese zauberhafte Welt abtauchen. Auch wenn die verwendete Sprache sehr bildreich und tiefgründig ist, so liest sie sich dennoch sehr flüssig. Die verschiedenen verwendeten Erzählperspektiven ermöglichen einen vielseitigen Einblick in die Geschichte und geben dem Leser den Eindruck, überall dabei zu sein. Die verschiedenen und umfangreichen Handlungsstränge bieten eine Menge Spannung und Abwechslung. Geschickt werden sie von der Autorin zu einem bunten und unterhaltsamen Plotteppich verwoben.


Fazit:


Ich war sehr neugierig auf diesen Trilogie-Auftakt und wurde nicht enttäuscht. Die Action-Szenen sind angenehm in das Gesamtkonzept der Geschichte eingebunden. Eine gekonnte Mischung aus Abenteuer- und Fantasyroman. Die einzelnen Plotstränge sind so geschickt miteinander verbunden, dass eine große Leserschaft angesprochen wird und jeder etwas finden kann, das ihn an der Geschichte fasziniert. Auch wenn der Roman einer fiktiven Zeit und Welt zu entspringt, so hatte ich dennoch das Gefühl, dass sich die Autorin sehr viele Gedanken dazu gemacht hat. Ein wirklich toller Auftakt, den ich kaum aus der Hand legen konnte. Ich möchte dieses Buch allen Fans von Fantasy- und Abenteuergeschichten ans Herz legen, denn es verbindet auf angenehme Weise Leben, Freundschaft und einen zarten Hauch von Liebe. Vielen Dank liebe Jordis für dieses tolle Lesevergnügen.


Wer nun Lust auf das Buch bekommen hat kann dies hier bekommen

Falls ihr Lust habt mehr über die wundervolle Autorin Jordis Lank zu erfahren, schaut doch mal auf ihrer Seite vorbei.

Donnerstag, 18. Februar 2016

Rezension zu Gabriela Swobodas "Novus Ordo Seclorum - Das Erbe der Sidhe"

Bewertung Lieblingsbuch 5+ Sterne


Klappentext: 

Die Journalistin Mara ist glücklich verlobt mit dem ehrgeizigen Regierungssprecher Magnus. Doch dann stößt sie auf ein geheimes Dokument, demzufolge alle Regierungsmitglieder der okkulten „Bruderschaft des Widersachers“ angehören. Mit dem Buch der Sieben Siegel will die Bruderschaft einen Weltuntergang und eine neue Weltordnung unter ihrer Herrschaft einleiten. Als Magnus von Maras Entdeckung erfährt, flüchtet sie vor ihm nach Irland. Dort erfährt sie jedoch, dass ausgerechnet sie die Rettung für die Welt sein soll: die „Magierin der Hoffnung“.


Charaktere: 

Gabriela Swoboda hat eine Fülle an sehr charakterstarken und tiefgründigen Figuren erschaffen. Der Leser erlebt hautnah mit, wie sich die Protagonisten entwickeln und kann tief in ihre Seele blicken. Durch unterschiedlichste Erzählperspektiven lernt man die einzelnen Charaktere kennen und bekommt einen Einblick in ihr Denken. Mit sehr viel Liebe zum Detail hat die Autorin ihren Helden die unterschiedlichsten Facetten verliehen. Aber gerade diese Vielseitigkeit und persönliche Reflektion der Akteure macht es dem Leser sehr leicht, sich zu identifizieren. Sie waren so realistisch beschrieben, dass ich mir sehr oft die Frage gestellt habe, wie ich reagieren würde. Ein Buch, das beim Leser Gefühle weckt und ihn regelrecht mitreißt.


Schreibstil:

Der Schreibstil ist sehr angenehm und gut zu lesen. Auch wenn die Autorin eine sehr große Anzahl an Figuren vorstellt und aus sehr vielen verschiedenen Erzählperspektiven berichtet, überfordert sie den Leser dennoch nicht. Mir persönlich hat der häufige Perspektivwechsel gut gefallen, denn neben Dynamik hat es mir einen tieferen Einblick in die Zusammenhänge der Story ermöglicht. Die einzelnen Handlungsstränge werden geschickt zu einem spannenden und fesselnden Geschichtsteppich verwoben. Eine sehr bild- und abwechslungsreiche Sprache entführt den Leser und lässt ihn sehr leicht in diese einzigartige Geschichte abtauchen. Ich habe anhand ihrer Szenen- und Ortsbeschreibungen Lust bekommen, nach Irland zu reisen und selbst auf die Suche nach Elfen und anderen Wesen zu gehen. Mit einem guten Gespür dafür, Emotionen über Worte zu transportieren, hat Gabriela Swoboda ein Buch geschrieben, das einen komplett in den Bann zieht.


Cover: 

Das Cover ist einfach nur zum Verlieben. Eine Gesichtshälfte, typisch irisch mit rothaarigen Locken und grünen Augen, die einen so intensiv und durchdringen anschaut. Oberhalb ihres Auges auf die Stirn hinauslaufend eine Landschaft, wahrscheinlich in Irland, mit Grabkreuzen. Und am unteren Ende in wundervoller Schrift der Titel eingebettet in die obere Hälfte eines typischen keltischen Kreuzes. Das Cover bietet einen spannenden Ausblick auf die Geschichte und gemeinsam mit dem Klappentext einfach ein „Must Read“.


Fazit:

Dieses Buch gehört definitiv zu meinen Lieblingsbüchern. Krimi und Thriller treffen in genialster Weise auf Fantasy. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen, denn ich wollte unbedingt wissen, wie es ausgeht. Das Buch regt neben seinem Unterhaltungsaspekt ebenso zum Nachdenken an. Auch wenn ich keine Sekte hinter unseren politischen Strukturen vermute, so kommen dennoch Fragen auf. Dieser Page-Turner war ein absoluter Lesegenuss, den ich definitiv noch einmal verschlingen werde. Es gibt nicht so viele Bücher, die ich mehrmals lese, doch dieses gehört für mich definitiv dazu. Ich kann es euch wirklich nur wärmstens ans Herz legen.


Mehr Informationen und die Möglichkeit es zu bestellen, bekommt ihr direkt auf der Seite des Drachenmond Verlags

Dienstag, 16. Februar 2016

Rezension zu Kathrin Koppolds "Sternschnuppen-Reihe"

Bewertung 5 Sterne


Die Sternschnuppen-Reihe besteht aus 4 Büchern, die die Liebes- und Lebensgeschichten der 4 Schwestern Helga, Fee, Lilly und Mia erzählt. Da sie für mich unbedingt zusammengehören, möchte ich sie euch auch komplett vorstellen.


Aussicht auf Sternschnuppen:


Alles könnte so einfach sein, denn Helga hat einen sicheren Job und einen attraktiven Mann an ihrer Seite. Eigentlich fehlen ihr nur noch der Ring am Finger und der positive Schwangerschaftstest zum perfekten Glück. Doch eine SMS mit äußerst verdächtigem Inhalt von einer fremden Frau bringt die vermeintliche Idylle ins Wanken. Hals über Kopf beschließt Helga ihren Freund nach Italien hinterherzufahren, um ihn am besten in flagranti zu stellen. Allerdings sind alle Flüge gestrichen und sie muss sich das letzte Auto, das zu mieten war, mit einem kettenrauchenden und nervigen Schauspieler teilen. Auf dem Weg nach Italien erleben die beiden viele kleine Abenteuer, die Helgas Pläne gehörig durcheinanderbringen.





Zeit für Eisblumen:


Fee ist seit der Geburt ihres Sohnes Paul ziemlich gestresst. Um einigermaßen ihren geliebten luxuriösen Lebensstandard weiterleben zu können, musste sie schon früh wieder anfangen zu arbeiten, da ihr Freund Sam lieber das Referendariat zum Lehrer macht, anstatt die erfolgreichen Apotheken seines Vaters zu führen. Und als ob der Alltagsstress als arbeitende Mami noch nicht genug wäre, muss sie befürchten, dass ihr Freund Sam sie auch noch mit einer verhassten Kollegin betrügt. Da kommt der vom Chef verordnete Zwangsurlaub gerade richtig und Fee beschließt mit Söhnchen Paul und Mama Milla nach Irland zu reisen. Eine Reise, die ihr Klarheit bringen soll, auch in Bezug auf die kurze Affäre mit dem irischen Straßenmusiker David, den sie seit damals irgendwie auch nicht wirklich vergessen kann.





Sehnsucht nach Zimtsternen:


Lilly ist die erste Schwester, die geheiratet hat. Für ihren Mann hat sie ihren Job aufgegeben, um ihn als liebende Ehefrau voll und ganz unterstützen zu können. Doch leider hat ihr Märchen kein Happy End, denn als sie von ihrem Mann erfährt, dass er eine andere liebt und die Scheidung will, bricht für sie die heile Welt zusammen. Sie muss sich mit ihrem nervigen Mitbewohner Jakob herumschlagen und wird mit einem alten, verhängnisvollen Schwarm konfrontiert, den sie eigentlich vergessen wollte. Einzig die heißgeliebte Schokolade und der süße neue Nachbar versprechen ein wenig Abwechslung und Erheiterung. Aber sie können Lilly leider auch nicht von der Realität fernhalten, denn sie braucht dringend einen Job und eine andere Wohnung, da ihr Ex sie so schnell wie möglich von der Backe haben will. Und so beginnt Lilly ihr Leben neu zu ordnen…





Hoffnung auf Kirschblüten:


Mia dachte, endlich ihr Glück gefunden zu haben. Rik schien der ideale Mann zu sein, der die extrovertierte Mia bändigen kann, doch ein Unfall ändert alles. Von der Liebe enttäuscht, macht sich Mia mit einem Bolzenschneider bewaffnet auf den Weg nach Paris. Dort will sie ein Liebesschloss, das sie mit Rik ein paar Monate zuvor angebracht hat, entfernen. Doch leider hat sie im Liebesrausch komplett vergessen, an welcher der vielen Brücken ihr Schloss hängt. Zufällig lernt sie Noah kennen, der ihr Paris von einer ganz anderen Seite zeigt. Es könnte alles so schön sein, würde sie nicht immer wieder von ihrer Vergangenheit eingeholt werden. Wird Mia den Neubeginn schaffen?


Charaktere:


Kathrin Koppold hat mit den Protagonisten ihrer Sternschnuppen-Reihe mitten ins Schwarze getroffen. Alle Figuren sind so liebevoll und individuell gestaltet. Kleine Schwächen und Fehler machen bei ihnen den besonderen Charme aus und geben den Geschichten viel Tiefe. Gerade dass die Schwestern und alle anderen Figuren so facettenreich sind, lässt sie sehr menschlich und real erscheinen. Ich konnte mich herrlich mit ihnen identifizieren und habe in allen Gefühlslagen mit ihnen mitgefiebert. Auch wenn jeder Schwester ein Buch gewidmet ist, tauchen die Figuren verständlicherweise in allen vier Geschichten auf. Man lernt jeden Protagonisten aus vier verschiedenen Erzählperspektiven kennen, was neben einem subjektiven auch einen objektiven Blick auf die Charaktere bietet. Man erlebt in den vier Romanen, wie sich die einzelnen Personen und auch deren Geschichten entwickeln. Der Leser erlebt auf sehr unterhaltsame und gefühlvolle Art die Lebensgeschichten der Familie Baum.

Schreibstil:


Die Bücher sind alle sehr leicht und flüssig zu lesen. Die Sprache ist sehr bildreich und die Autorin besticht durch ihre gut recherchierten Landschaftsbeschreibungen. Detailreiche Szenerien lassen einen beim Lesen in die Geschichte abtauchen und alles vor dem inneren Auge live mitverfolgen, ohne jedoch den Lesefluss zu stören. Jedes Buch ist einer Schwester gewidmet und beschreibt deren Story. Die einzelnen Handlungsfäden ziehen sich durch alle Bücher, doch nur in einem sind sie der Hauptstrang. Geschickt verwebt Kathrin Koppold all diese Handlungsstränge zu einem bunten und unterhaltsamen Geschichtsteppich. Mich haben die Bücher derart gefesselt, dass ich um mich herum alles vergessen und sie in einem Rutsch gelesen habe.

Fazit:


Ich habe diese tollen Romane verschlungen. Witzig und frech, charmant und liebevoll, sind nur einige Worte, die diese Buchreihe beschreiben. Lange hab ich überlegt, ob ich sie einzeln bewerten soll, aber für mich gehören sie auf Grund ihrer verwobenen Handlungsstränge zusammen. Dennoch muss ich gestehen, dass „Zeit für Eisblumen“ mein persönlicher Favorit ist. Wahrscheinlich, weil ich mich persönlich mit Fee als Mama am leichtesten identifizieren kann. Kathrin Koppold hat mit ihren liebevollen Ortsbeschreibungen bei mir absolut ins Schwarze getroffen, da beim Lesen die Bilder ganz automatisch vor dem inneren Auge wie ein Film erscheinen. Die Geschichten sind ideal für jegliche Situationen, in denen man lauschige Unterhaltung sucht. Mit einem guten Gespür, Gefühle und Stimmungen in Worte zu packen, hat die Autorin eine wundervolle Romanreihe geschrieben, die ich euch von ganzem Herzen empfehlen kann.

Freitag, 12. Februar 2016

Rezension zu Farina de Waards "Zähmung: Das Vermächtnis der Wölfe Teil 1

Bewertung 4+ Sterne


Inhalt:

Die 17 jährige Sina wird in die fremde, mittelalterliche Welt Tyarul in einer uns unbekannten Dimension entführt. Sie wird von den gelbäugigen Schergen der Tyrannin Zayda gefoltert und in einem Käfig tief unter der Erde gefangen gehalten. Erst nach Wochen des Martyriums kann Sina aus ihrem Gefängnis befreit werden. Nach einer anstrengenden und gefährlichen Flucht erreicht Sina ein kleines Dorf, in dem sie erstmals einigermaßen zur Ruhe kommt und entdeckt, dass sie magische Fähigkeiten besitzt. Nun liegt es in Sinas Händen zu erlernen, wie sie ihre Magie bezähmen und damit Tyarul aus der Unterdrückung befreien kann. Doch wird sie nach all den Erlebnissen den Mut und die Stärke haben, sich dem zu stellen?

Charaktere:

Farina de Waard hat sich in ihrem Debütroman einer Fülle außergewöhnlicher Figuren bedient. Mit viel Liebe zu Detail hat sie sich neuartige Wesen ausgedacht. Ihre Welt Tyarul wird von verschiedensten Völkern bewohnt, die unter der Schreckensherrschaft Zaydas und ihrer Rakten zu leiden haben, da diese sie als minderwertig ansehen. Zayda und ihre Schergen symbolisieren das abgrundtief Böse, dass durch die Gegenspielerin Sina bekämpft und verbannt werden soll. Die vielen verschiedenen Figuren bringen viel Dynamik und Abwechslung in die Geschichte, was ihr Tiefe und Einzigartigkeit verleiht. Dennoch beschränkt sie sich mit der genaueren Betrachtung und Charakteranalyse auf die Protagonisten.

Schreibstil:

Die Autorin bedient sich einer angenehmen Sprache, die sehr bildreich und dennoch gut verständlich ist. Ihr High Fantasy Roman besticht durch eine überschaubare Anzahl an Schauplätzen und sehr detailreichen Beschreibungen der Szenerien. Besonders fasziniert hat mich ihre eindrückliche Beschreibung der Magie, die diese gesamte Dimension komplett durchzieht. Während der Geschichte wechselt Farina de Waard immer wieder die Erzählperspektive und beleuchtet dadurch die Story aus den verschiedensten Blickwinkeln. Diese Wechsel sind allerdings jedesmal für den Leser sehr gut nachvollziehbar. Man hat das Gefühl immer nah dran zu sein und alles miterleben zu können.

Fazit:


Farina de Waard hat mit ihrem Debütroman einen tollen Reihen-Auftakt geschaffen. Ich hatte sehr viel Spaß beim Lesen und war wirklich von der Vielseitigkeit dieser Geschichte begeistert. Auch wenn manche Szenen beim Lesen ein wenig langatmig waren und der Lesefluss dadurch etwas zäh wurde, hat mich das Buch dennoch voll überzeugt. Mit viel Spannung und Action verzaubert die mittelalterlich anmutende Welt den Leser. Die detaillierten Beschreibungen lassen einen sofort in die Geschichte abtauchen und man hat das Gefühl ein Teil davon zu werden. Für mich war der Lesegenuss ein Wechselbad der Gefühle, denn auch wenn Sina die Gute ist und als Gegenspielerin des Bösen fungiert, so hat sie mich doch des Öfteren mit ihrer teilweise sehr naiven Art genervt. Nichtsdestotrotz möchte ich dieses Buch jedem Fantasy-Fan ans Herz legen, denn nicht umsonst hat dieser wundervolle Debütroman den Indie Autor Preis 2015 auf der Leipziger Buchmesse gewonnen. Ich freue mich definitiv auf die Fortsetzung.

Donnerstag, 11. Februar 2016

Veros Rezension zu J.S. Wondas "Und täglich ohne dich"

Bewertung: Lieblingsbuch 5 Sterne+


Wie wäre es, einen Tag immer und immer wieder aufs Neue zu erleben? Eine Chance, ein Abenteuer, eine Befreiung von Moral und Konventionen, eine Beschränkung, ein Korsett? Diese Fragen und weitere wirft Jane S. Wonda mit ihrer faszinierenden Geschichte auf. Ja, wir kennen alle die Murmeltiergeschichte, von der sie sich sicherlich zu ihrer Plot-Idee inspirieren ließ. Aber diese wirklich innovative, grandiose, außergewöhnliche und packende Geschichte geht doch weit über die nette Hollywoodkomödie hinaus, in der die Zeitschleife endet, sobald Phil Connors zu einem besseren Menschen wird und sich verliebt.
Was ist denn, wenn sich trotz allem die Zeitschleife nicht löst? Wenn man als Einziger diesen Tag immer und immer wieder erlebt, jahrein, jahraus – das Leben gleicht dann keiner Komödie.

Das Buch beginnt mit einem sehr schönen und spannenden ersten Tag, der einen sofort in die Geschichte saugt. Schon hier gibt es ein ständiges Auf und Ab der Gefühle, das einen durch das ganze Buch hindurch begleiten wird. Und der ereignisreiche Tag endet mit einem wunderschönen Gedanken „Wäre es nicht schön zu gehen, während du geliebt wirst? Wäre es das nicht?“

Das Entsetzen bei der Erkenntnis, in dem einen Tag gefangen zu sein, ist sehr gut nachzuvollziehen, auch die dann später folgende Einstellung („Ich frage mich, ob ich jemals wieder aufwachen will. Denn etwas so Schönes […] habe ich in meinem Leben noch nicht erlebt.“). Was einem zunächst als wundervolle Möglichkeit auf einzigartige Abenteuer erscheint, erweist sich im Zeitablauf als sinnlose Qual und eine Beschränkung in Lebensfreude und -qualität („Ich bin dazu verdammt, jeden Tag nur den einen zu erleben.“ „Ich werde ihn nie wieder sehen. […] Immer, wenn ich in New York ankomme, werde ich schon wieder einschlafen und es wird ein neuer Sonntag beginnen.“). Das immer wieder erfolgende Reset macht alles Handeln bedeutungslos.

Jane S. Wonda hat es mit dieser von überraschenden Wendungen strotzenden Geschichte, ganz konträr zu den Erwartungen im Hinblick auf die Wiederholungen des Tages, geschafft, mich vollständig zu überrumpeln. Ich habe nicht eine Wendung richtig vorhergesehen. Dabei habe ich gedacht, schon alles einmal gelesen zu haben und den Ablauf einer solchen Geschichte vorhersagen zu können. 

Klappentext 

Cian Callaghan bewegt sich am Abgrund. Er tötet, er kämpft, er verprasst Geld, als wäre das Leben nur ein Spiel. Natürlich hat Liz Angst vor ihm, als sie das erste Mal auf ihn trifft. Sie hofft darauf, dass er sie einfach wieder vergisst. Doch ihre gemeinsamen Schicksale sind miteinander verwoben und er wird sie nicht vergessen. Als sie schließlich sein dunkles Geheimnis erfährt, ist es fast schon zu spät für ihr Herz, sich gegen ihn zu entscheiden ...

Das Aufeinandertreffen der beiden Protagonisten ist spannend, es gleicht zunächst einem Katz-und-Maus-Spiel. Zwischen Eliza (sie erinnert mich auch von ihrer Mentalität her an Eliza Doolittle aus My Fair Lady) und Cian (in gewisser Weise auch ein Professor Henry Higgins, der seine überlegenen Kenntnisse der Zeitschleife mit ähnlicher Arroganz zelebriert) gibt es eine große Anziehungskraft, es prickelt gewaltig. Wie sich ihre Beziehung zueinander entwickelt, spoilere ich hier nicht. Nur so viel, meine Einstellung zu ihnen, vor allem zu Cian, musste ich im Verlauf doch revidieren.

Ich mag den Stil der Autorin, sie beherrscht die Kunst, mich mit einer leicht lesbaren und rasant dahinfließenden Geschichte zum Nachdenken über moralische Aspekte zu bringen und mich zugleich damit sehr gut zu unterhalten. Außerdem webt sie auch eine gute Prise Humor in die Geschichte, alles in allem findet sich das pralle Leben in diesem Buch.

Ich bis so gespannt, wie sich diese außergewöhnliche Geschichte lösen wird, dankenswerterweise kommt der zweite Teil noch diesen Monat. „Und täglich ohne dich“ ist bereits jetzt eines meiner Lieblingsbücher unter meinen All-Time-Favourites, ich bin so glücklich, dass ich es schon als Testleserin kennenlernen durfte.

Dienstag, 2. Februar 2016

Rezension zu Trudi Canavans "Die Magie der Tausend Welten - Die Begabte"

Bewertung 4 Sterne

Inhalt:

Der junge Archäologe Tyen entdeckt bei einer Ausgrabung zufällig ein Buch, in dem seit mehreren Jahrhunderten das Bewusstsein der jungen Buchbinderin Vella gefangen ist. Der mächtigste Magier ihrer Zeit hat sie einst mit einem Zauber belegt und aus ihr dieses einzigartige Buch Pergama gefertigt, dessen Aufgabe darin besteht, für alle Zeit das Wissen der Welten zu sammeln und zu archivieren. Obwohl Tyen eigentlich verpflichtet wäre, das Buch der Akademie, die seine Beteiligung an der Ausgrabung bezahlt hat, auszuhändigen, entschließt er sich Pergama zu behalten und einen Weg zu suchen, sie wieder in einen Menschen zu verwandeln. Um seinen Plan nicht zu gefährden, versucht Tyen die Existenz Pergamas zu verheimlichen, doch durch die Verkettung unglücklicher Zufälle werden machthungrige Widersacher auf Pergama aufmerksam. Wird es Tyen gelingen einen Weg zu finden, Pergama von ihrem Schicksal zu erlösen?

Charaktere:

Das Buch ist in zwei Erzählperspektiven aufgebaut.
Zum einen wird die Geschichte von Tyen erzählt. Der Jungmagier war, bis er Pergama fand, der Akademie und ihren Werten stets treu ergeben und perfekt an das Gesellschaftssystem angepasst. Das Wissen, das Pergama mit ihm teilt, verändert einiges bei Tyen. Plötzlich beginnt er zu hinterfragen, zu misstrauen. Er ist zerrissen zwischen dem tiefverankerten Pflichtbewusstsein der Akademie gegenüber und den neuartigen und verwirrenden Gefühlen, die Pergama in ihm auslöst.

Die zweite Figur, deren Geschichte erzählt wird, ist Rielle, die Tocher eines Gerbers. Sie lebt mit ihrer Familie in einer Welt, in der die Nutzung von Magie lediglich Engeln und Priestern vorbehalten ist. Allerdings besitzt Rielle die seltene Gabe zu sehen, wenn Magie benutzt wurde, was sie aber geheim hält, da auch dies für sie und ihre Familie Probleme bedeuten würde. Auch Rielle ist, ähnlich wie Tyen, gefangen in den straffen Glaubensstrukturen ihrer Welt. Die Begegnung mit einem jungen Künstler bringt ihr gesamtes Weltbild ins Wanken und auch sie muss entscheiden, ob sie auf ihr Herz oder ihren Verstand hört.

Trudi Canavan hat mal wieder ein Händchen für vielseitige und subtile Protagonisten bewiesen. Sowohl Tyen, als auch Rielle sind sehr intensiv beschrieben. Man hat das Gefühl, die Figuren sehr gut zu kennen und kann deren Lebensweisen und Entscheidungen leicht nachvollziehen. Der innere Zwiespalt macht die Figuren noch lebendiger und der Leser kann sich wunderbar in die Situationen hineinversetzen. So konträr die Welten und deren Art zu Leben auch sind, so ähnlich ist doch der innere Konflikt, dem sich beide Helden stellen müssen.

Schreibweise:

Trudi Canavan hat mal wieder bewiesen, dass sie eine Fantasy-Virtuosin ist. Ihre Sprache ist anspruchsvoll, ohne jedoch den Leser überzustrapazieren. Sie beschreibt sehr detailliert Situationen, Orte und Figuren, was dem Leser das Abtauchen in die Geschichte erleichtert. Wie auf einem Fluss von Worten, gleitet man mit sehr viel Abwechslung und Spannung durch die Erzählung. Der Plot ist in zwei Erzählstränge aufgeteilt. Zum einen die Geschichte um Tyen und Pergama, zum anderen die von Rielle. Regelmäßig wechselt die Autorin zwischen beiden Stories, was der Geschichte eine gewisse Lesedynamik gibt. Allerdings wird im ersten Teil der Reihe nicht deutlich, wie diese so unterschiedlichen Handlungen zusammengehören könnten.

Cover:

Das Cover besticht durch schlichte Eleganz. Fast komplett in schwarz und grau gehalten, ist das Highlight die Magierin mit dem Feuerball in der Hand. Die wehenden, enganliegenden grauen Gewänder deuten eine Drehbewegung an, was die Figur lebendiger erscheinen lässt. Das Gesicht ist nicht richtig zu erkennen, da ihre Augen von der Kapuze verborgen werden. Gemeinsam mit dem Klappentext macht es Lust in fremde Welten abzutauchen und sich literarisch verzaubern zu lassen.

Fazit:

Da ich ein absoluter Trudi Canavan Fan bin, war ich wirklich extrem gespannt auf dieses Buch. Der Klappentext war sehr vielversprechend und auch das Cover hat mich in seinen Bann gezogen. Leider muss ich einen Stern in meiner Bewertung abziehen. Die Geschichte ist gut geschrieben und es macht Spaß sie zu lesen, doch irgendwie bleibt bis zum Schluss die Frage unbeantwortet, wie diese zwei konträren Handlungsstränge zusammenpassen. Wie schon erwähnt, sind die einzelnen Stränge in sich schlüssig und auch sehr unterhaltsam, doch erschließt sich mir noch nicht ganz, wohin mich Trudi Canavan entführen will. Dennoch muss ich gestehen, dass ich Teil 2 nun nicht mehr erwarten kann. Es ist definitiv von Vorteil, wenn man direkt mit dem nächsten Band weitermachen kann. Nichtsdestotrotz möchte ich dieses Buch jedem Trudi Canavan Fan und Fantasy-Liebhaber ans Herz legen, denn es hat definitiv Suchtpotential.

Ich hoffe, ich konnte eure Neugier für dieses tolle Buch wecken.

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Montag, 1. Februar 2016

Rezension zu Jeanette Lagalls "Die Reise des Karneolvogels: Der Wanderzirkus"

Bewertung 4 Sterne


Inhalt (Klappentext):

Um der arrangierten Hochzeit zu entgehen, verkleiden sich die beiden ‚höheren Töchter‘ Riki und Myra als Knaben und schließen sich einem Wanderzirkus an. Dank ihrer neuen Identität entkommen sie zwar den Fesseln der viktorianischen Gesellschaft, doch die Welt der Gaukler ist nicht nur bunter, sondern auch gefährlicher als erwartet.
Der Karneolvogel, ein mächtiges Artefakt der Gaukler, ist verschwunden und sein Hüter Ramiro schwebt in Lebensgefahr, wenn es nicht bis zur großen Versammlung wieder auftaucht. Dass nun auch noch die Liebe ihre kapriziösen Finger ins Spiel bringt, verschärft die Situation zusätzlich – denn was würden die Zirkusleute tun, wenn die Lüge der beiden ‚Knaben‘ ans Licht kommt?
Das Geheimnis muss also um jeden Preis gewahrt bleiben. Aber wie, wenn ausgerechnet derjenige Gefühle für Riki entwickelt, der sich selbst niemals eingestehen könnte, einen Jüngling zu lieben – und für den Liebe und Verrat ohnehin Hand in Hand gehen.
Während die Gaukler den Spuren des Artefaktes folgen und sich herauskristallisiert, dass womöglich ein Verräter unter ihnen ist, setzen die Familien der Mädchen alles daran, die Ausreißerinnen zu finden, und bringen damit den ganzen Wanderzirkus in Gefahr…

Charaktere:

Das Buch lebt in erster Linie von den zwei Protagonistinnen Riki und Myra. So lernt man sie zu Beginn als Pensionatsschülerinnen kennen, die den verstaubten Ansichten über die weibliche Rolle und der damit verbundenen ‚Zwangsheirat‘ entkommen möchten. Als einzigen Ausweg, um ihrem Schicksal zu entkommen, bleibt beiden nur die Flucht. Sie verkleiden sich als Knaben und schließen sich einem Wanderzirkus an. Durch die neu gewonnene Freiheit entwickeln sich die beiden geistig aber auch körperlich auf eine Art und Weise weiter, wie sie es in ihrem behüteten Leben im Pensionat nie für möglich gehalten hätten. Dieser Reifeprozess steht für mich im Vordergrund und zieht sich wie ein roter Faden durch die Story. Die vielen anderen Figuren der Geschichte sind aber nicht weniger liebevoll kreiert. Sie sind sehr vielschichtig und so unterschiedlich in ihrem Wesen beschrieben. Aber genau das verleiht die nötige Abwechslung und Dynamik, damit der Plot nicht langweilt und der Leser sich in die Charaktere emotional einfühlen kann.

Cover:

Das Cover des Buches hat mich direkt in seinen Bann gezogen. Auf den ersten Blick erkennt man die Zweiteilung der Front in helle und dunkle Farben. Im Zentrum steht ein Gesicht, dass zwei unterschiedliche Persönlichkeiten widerspiegelt. Die linke Gesichtshälfte zeigt einen Jungen mit Mütze und kurzen blonden Haaren. Im Hintergrund sind ein Zirkuszelt sowie ein Vogel mit Zirkusmütze zu erkennen. Die bestimmenden Farben auf dieser Hälfte sind sehr dunkel. Es wirkt auf den Betrachter eher düster.  Auf der rechten Seite des Covers ist ein wunderschönes Frauengesicht in warme und helle Farben getaucht. Schöne Orange- und Gelbtöne vermitteln ein positives Bild und unterstreichen die schlichte Schönheit des Gesichtes. Aber genau dieser Gegensatz macht das Titelbild so geheimnisvoll und ansprechend.

Schreibstil:

Die Autorin schafft es in ihrem Debütroman eine zauberhafte Welt entstehen zu lassen, die einen in die viktorianische Zeit Englands entführt. Die Sprache der Autorin ist bildhaft und lebendig, so dass man sich gut in die Geschichte und auch die Protagonisten hineinversetzen kann. Der Schreibstil war für mich an manchen Stellen allerdings etwas anstrengend zu lesen. So sind häufig sehr lange Sätze mit vielen Informationen gespickt, die ich teilweise mehrmals lesen musste, um den gesamten Inhalt zu erfassen. Auch Wortdopplungen störten im Verlauf des Buches immer wieder den Lesefluss. Einige Stellen des Buches hätten zudem nicht so ausführlich beschrieben werden müssen. Dadurch fehlt es bei manch wichtigen Ereignissen an Tiefgang. Dennoch ist man gerade gegen Ende der Geschichte gespannt, welche Überraschungen Jeanette Lagall in der Fortsetzung des gelungenen ersten Buches für ihre Leser bereithalten wird.

Fazit:

Bereits das Cover entfachte meine Leselust. Schnell hatte mich die Handlung fest im Griff und ich wollte das Buch gar nicht mehr aus den Händen legen. Dabei versteht es die Autorin einen schönen Spannungsbogen aufzubauen und den Leser so immer tiefer in die Geschichte eintauchen zu lassen. Romantik, Herzschmerz, Action und Spannung sorgen für ein ausgewogenes Leseerlebnis und erfüllen dem Bücherfreund so alle Wünsche an ein gutes Buch. Gerade mich als Geschichtslehrerin hat die viktorianische Zeit und die äußerst detailreiche Ausführung der damaligen Lebensweise sehr angesprochen. Alles in allem war die Reise des Karneolvogels ein wunderbares Lesevergnügen, dass ich jedem empfehlen kann, der Fantasyromane mit historischem Hintergrund mag. Aber auch alle anderen können sich hier auf eine spannende Reise begeben, die Lust auf weitere Abenteuer von Riki und Myra macht.
Harry Potter - Delivery Owl