Montag, 13. Juni 2016

Rezension zu Iona Greys "Als unsere Herzen fliegen lernten"


Titel: Als unsere Herzen fliegen lernten
Autor: Iona Grey
Verlag: blanvalet
Seiten: 609
ISBN: 978-3-7341-0188-5
Preis: 9,99€ (Print) / 8,99€ (E-Book)/ 9,95€ (Hörbuch-Download)
Erschienen: 05/2016
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1943, London: In der Ruine einer zerbombten Kirche trifft der amerikanische Pilot Dan Rosinski die junge Engländerin Stella Thorne. Es ist der Beginn einer unaufhaltbaren, aber unmöglichen Liebe, denn Stella ist verheiratet, und Dans Chancen, den Krieg zu überleben, sind mehr als gering. In einer Zeit, in der alles ungewiss ist, schreiben sie sich Briefe, um an dem festzuhalten, woran sie glauben: ihre Liebe. Viele Jahrzehnte später rettet sich eine junge Frau in ein leerstehendes Haus in einem Londoner Vorort. Da erreicht sie ein Brief, der sie in die Geschichte einer Liebe hineinzieht, die ein halbes Jahrhundert überlebt hat …




Das verträumte Cover in zarten und romantischen Farben gehalten, hat mich sofort verzaubert. Auch wenn ich eigentlich keine Literatur aus den Weltkriegsepochen mag, so hat mich dieses Buch dennoch in seinen Bann gezogen. Die Geschichte hat mich verzaubert und emotionsgeladen zurückgelassen, als ich die letzte Seite beendet hatte.
Iona Grey hat einen angenehmen und flüssig zu lesenden Schreibstil. Sie umschreibt die Figuren und Situationen sehr bildreich und detailliert, ohne sich in Beschreibungen zu verlieren. Ihre Worte tragen einen durch die Geschichte und lassen diese wie einen imaginären Film vor dem inneren Auge ablaufen. Der Roman ist in 4 Erzählperspektiven unterteilt. Zwei davon spielen in der Gegenwart und entführen den Leser in die Leben von der jungen Jess, die vor ihrem gewalttätigen Freund flüchtet und dabei verletzt in ein leerstehendes Haus einbricht, wo sie die Briefe findet, und von Will, einem jungen Mann, der unter dem Erfolg seiner Familie leidet und unglücklich für einen cholerischen Chef Erben für leerstehende Objekte sucht. Die anderen beiden Erzählstränge spielen in der Vergangenheit. Während wir Dans Sicht durch seine Briefe an Stella beschrieben bekommen, erleben wir Stellas Geschichte, ebenso wie die beiden Gegenwartsperspektiven, als normale Erzählung. Alle vier Schicksale und Lebensgeschichten gingen mir sehr nah und haben mich direkt ins Herz getroffen. Der lebendige Erzählstil der Autorin lässt einen wunderbar mitfühlen und die Szenerien miterleben. Man leidet, man liebt, man fiebert mit. Das Buch war für mich eine Achterbahnfahrt der Gefühle, die mir aber auch gerade in den Szenen aus der Weltkriegszeit sehr oft vor Augen geführt hat, wie viel sich seitdem zum Glück verändert hat. Wie die Entbehrungen durch den Krieg und die gesellschaftlichen Zwänge diese Generation geprägt und teilweise auch kaputt gemacht haben.




Ein traumhafter Roman voller Liebe, Tragik, Dramatik und Hoffnung. Ich habe dieses Buch nicht mehr aus der Hand legen wollen, denn die Autorin hat mit ihren Worten einen Sog erzeugt, dem ich mich nicht mehr entziehen konnte. Die Liebesgeschichte um Stella und Dan, aber auch die Schicksale von Will und Jess haben mich nicht nur unterhalten, sondern auch zum Nachdenken angeregt. Ich bin dankbar, dass ich in einer Zeit leben darf, in der das Herz mehr Freiheiten hat und man sich nicht mehr blind gesellschaftlichen Zwängen und Normen unterwerfen muss.
Eine Geschichte, die ich jedem empfehlen kann, der gerne Liebesgeschichten liest.



"Selbst Churchill hat gesagt, eine starke Moral an der Heimatfront ist unentbehrlich. Und wenn man dafür Lippenstift und ein hübsches Kleid anziehen muss - na, dann ist es eben so!" (Zitat Iona Grey "Als unsere Herzen fliegen lernten"  S. 105)





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