Freitag, 27. Oktober 2017

Lesetipp - Rezension zu Isabell Mays "The Chosen One - Die Ausersehene"


Autor: Isabell May
Verlag: Bastei Lübbe
Seiten: 244
ISBN: 978-3741300721
Preis: 3,99€ (Print)/ 12,90€ (Ebook)
Erschienen: 09/2017
Genre: New Adult Fantasy
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Eine zerrüttete Welt, eine allmächtige Regentin und ein rebellisches junges Mädchen.
Die 17-jährige Skadi ist eine Ausersehene - dazu bestimmt, dem Königreich Kinder zu schenken. Eine Seuche löschte vor Jahrhunderten einen Großteil der Bevölkerung aus und machte fast alle überlebenden Frauen unfruchtbar. Maella, die Regentin, ließ die wenigen fruchtbaren Frauen in eine Burg bringen, wo sie seitdem im Luxus leben und für den Fortbestand des Reichs sorgen. Skadi aber will sich nicht einsperren lassen und flieht aus ihrem goldenen Käfig.
Verzweifelt irrt sie umher, bis sie zufällig auf den freundlichen Finn trifft. Ihm und seinen Gefährten, darunter der rätselhafte Jaro, schließt sie sich an und stellt dabei fest, dass auch in ihr mehr Magie steckt, als sie bisher überhaupt ahnte ...



Bei diesem Buch war es die Mischung aus Cover und Klappentext, die mich in seinen Bann zog.

Das wallende rote Kleid, dessen Bedeutung sich beim Lesen erschließt, und die junge blonde Frau, die wirkt, als würde sie für ein Magazin posieren - irgendwie romantisch. Die doch sehr gesellschaftskritische Geschichte, die sich in Wahrheit dahinter verbirgt, ist aber lange nicht so harmonisch und verträumt, wie der erste Eindruck vermittelt. Im Nachhinein denke ich, es ist eher, dass sie fällt ... Ich bin mit anderen Erwartungen an die Erzählung herangegangen, wurde aber dennoch nicht enttäuscht, aber eins nach dem anderen.
Man wird langsam (auch wenn die erste Szene recht rasant ist und sich mir im Kontext noch nicht ganz erschließt) an das eigentliche Thema herangeführt. Der Schreibstil ist sehr angenehm, wenn auch nicht überaus anspruchsvoll, dennoch leicht und flüssig zu lesen. Die Figuren werden, ebenso wie die Szenarien, sehr gut beschreiben, sodass man sich recht einfach in die Handlung einfühlen kann und direkt Bilder vor Augen hat. Isabell May entführt uns in eine Fantasiewelt, in der, dank einer Seuche, nur noch einige Frauen in der Lage sind, Kinder zu bekommen – die sogenannten Ausersehenen. Fantasy-Roman? Für mich eher Horror-Szenario! (Keine Angst, ich mag das Buch) Stellt euch vor, ihr seid privilegiert, der Nation Kinder zu schenken. Ihr genießt ein Leben im Luxus, behütet und bewacht, bis ihr 16 werdet. Dann geht es los. Ihr bekommt Männer zugewiesen, mit denen ihr Kinder macht, sie austragt, euch kurz regeneriert und dann weiter geht’s … Ziemlich erschreckend (oder?), auch für Protagonistin Skadi, die den Gedanken auf einmal gar nicht mehr so reizend findet und eine spektakuläre Flucht wagt. Sie begibt sich auf ein unglaubliches Abenteuer, das voller Gefahren aber auch Wunder ist, lernt neue Freunde kennen, entdeckt wahre Gefühle und einige teils gefährliche Geheimnisse. Man erlebt, wie sich Skadi entwickelt, wie sich die Handlung von Seite zu Seite steigert.
Einige waren enttäuscht (kann ich gut verstehen), da sich die Handlung langsam aufbaut, sehr wenig wirkliche Action zu finden ist und die Gefahren eher hypothetisch sind. Aber das hat mich nicht gestört, denn alles, was sie in Erfahrung bringen und entdecken bereitet den Leser auf das vor, was kommen wird.
Auch wenn das Gesamtbild relativ rund ist, so bleiben doch einige Fragen offen, die mit Sicherheit (hoffentlich!) im zweiten Teil erklärt werden, auf den ich mich jetzt schon sehr freue. 



Sehr viel Magie, Gefühl und Fantasie, allerdings auch ein extrem gesellschaftskritisches Szenario, das mich wirklich sehr lange beschäftigt hat. Ich mag Geschichten, in denen ernste Fragen und Gedanken verwoben sind und Isabell May hat das in diesem Fantasy-Roman wirklich gut umgesetzt.
Zugegeben, ich hatte anfangs etwas anderes erwartet, ein wenig seichtere Unterhaltung, doch dieses Buch birgt ein sehr großes ethisches Diskussions-Spektrum.
Ich verstehe, das einige enttäuscht waren, da in dieser Geschichte nicht wirklich viel Action zu finden ist. 
Ich habe Lust auf mehr, will wissen, wie es mit den Freunden und der Königin weitergeht. Und natürlich bin neugierig, wie sich am Ende die einzelnen Handlungsfäden verknüpfen werden und ob es ein Happy End geben wird.



Kommentare:

  1. Huhu,

    irgendwie konnte mich die Geschichte nicht so ganz begeistern. Mir fehlt ein bisschen die Spannung, es passiert meiner Meinung nach einfach zu wenig.

    Liebe Grüße Nadine

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    1. Ich weiß, was du meinst. Man wartet immer auf den Moment, wo das Unglück zuschlägt. Aber mich hat einfach alles drumherum so fasziniert, dass mich das jetzt nicht so gestört hat.
      Liebe Grüße
      Martina

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