Dienstag, 3. Oktober 2017

Lesetipp - Rezension zu Nana Rademachers "Immer diese Herzscheiße"


Autor: Nana Rademacher
Verlag: Ravensburger
Seiten: 320
ISBN: 978-3473401376
Preis: 15,00€ (Print)/ 12,99€ (Ebook)
Erschienen: 08/2017
Genre: Jugendroman
Kaufen kannst du es hier



Die 15-jährige Sarah lebt im Stuttgarter Hallschlag. Da wo niemand sein will. Da wo man nie rauskommt, egal wie sehr man sich anstrengt. Ihr Berufswunsch: Hartz IV. Ihre Hobbies: klauen, trinken, Spaß haben. Zukunft: völlig egal. Jemand wie sie hat sowieso keine Chance. Dann wird sie beim Dealen erwischt und ihr Lehrer stellt ihr ein Ultimatum: Entweder sie macht bei einem Theaterprojekt mit oder sie fliegt von der Schule. Widerwillig wagt sich Sarah in eine ihr völlig fremde Welt. Doch als sie Paul kennenlernt, wird ihr klar, dass es vielleicht doch ein paar Dinge gibt, für die es sich zu kämpfen lohnt.



Auf dieses Buch war ich sehr neugierig, da ich sehr viel darüber gehört hatte.

Das Cover ist bunt, wirkt ein wenig rebellisch und chaotisch – passt also perfekt zur Handlung.
Und auch der Inhalt ist optisch etwas gewöhnungsbedürftig. Die Schrift ist ziemlich klein und hat mich als Brillenträgerin ein wenig angestrengt. Angenehm war aber, dass wichtige Messages und Sätze (bis auf gaaaaanz wenige Ausnahmen) fettgedruckt waren (je nach Bedeutung dicker und größer als andere).
Die Sprache – frech, ehrlich, ungeschönt und gewöhnungsbedürftig. Das klingt negativer, als es gemeint ist. Erzählt wird aus der Perspektive von Protagonistin Sarah – was auch erklärt, warum der Schreibstil erst einmal etwas befremdlich wirkt. Man hat wirklich das Gefühl, alles aus den Augen einer pubertierenden 15-jährigen, die in einem sozialen Brennpunkt lebt, zu erleben. Zu Beginn dachte ich – oh, das kann ja was werden! Allerdings gewöhnt man sich unglaublich schnell daran, taucht ab in die wirre Gefühlswelt dieses Teenagers und erlebt sehr authentisch, welchen Problemen sie sich stellen muss.
Wider Erwarten hat mich diese Story umgehauen, gefesselt und emotional stark berührt.
Sarah ist ein sehr starker Charakter mit sehr vielen Stärken und Schwächen. Sie hat schon viel erlebt und wurde schon sehr oft enttäuscht - was sich in ihrem gesamten Wesen widerspiegelt. Ängste dominieren ihren Alltag, die sie durch Härte überspielt. Ich fand diesen Einblick sehr interessant und er hat mich sehr stark zum Nachdenken bewegt, denn in meinem Alltag habe ich damit kaum Berührungspunkte.
Sarahs Schicksal ist sehr bewegend und ich konnte viele Dinge, die sie tut nachvollziehen (auch wenn ich sie nicht gutheiße), dennoch hätte ich sie das ein oder andere Mal gerne geschüttelt.



Ein spannender und sehr gefühlsintensiver Roman über die Höhen und Tiefen des Lebens, über Angst, Mut, Vertrauen und Liebe. Ich bin überrascht, wie sehr mich diese Geschichte mitgerissen hat und es war tatsächlich so, dass ich immer noch ein Kapitel rausgezögert habe, um das Buch ja nicht weglegen zu müssen. Ein unerwartet geniales Leseerlebnis, das ich wirklich nur empfehlen kann!





Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen