Let’s talk about – Warum findet ihr bei uns hauptsächlich positive Bewertungen?

Rezensionen, Buchbewertungen, Leseeindrücke, egal, wie man es auch nennen mag, sie geben in Textform wider, wie einem ein Buch gefallen hat.

Und genau hier beginnt das Problem:

Geschmäcker sind verschieden und die Bewertung daher auch rein subjektiv.

Was dem einen gefällt, findet der andere womöglich ganz schrecklich – oder umgekehrt.

Doch das ist nicht das eigentliche Thema, über das wir heute sprechen wollen.

Wir betreiben diesen Blog nun seit 2015, also fast 5 Jahren, und haben dabei knapp 500 Bewertungen verfasst – die meisten davon gut.

Nun stellt sich vielleicht der ein oder andere die Frage, warum das so ist? Werden die bestochen? Wollen sie den Autoren und Verlagen nur Honig ums Maul schmieren?


Natürlich wollen wir die Arbeit der Autoren und Verlage würdigen, aber das ist nicht der Grund.

Eigentlich ist es ganz einfach:

Unsere Zeit ist zu knapp, um sie mit Büchern zu verschwenden, die uns nicht gefallen.


Das mag jetzt im ersten Moment unfair klingen, doch es ist nicht böse gemeint. Wie vorhin bereits erwähnt, ist ein Leseeindruck immer subjektiv und kann von Leser zu Leser variieren. Nur weil Martina das Buch nicht gefällt, heißt das noch lange nicht, dass es Andrea oder sonst jemanden nicht gefällt.
Würden wir nun dennoch eine kritische Rezension schreiben, wäre das natürlich legitim, aber ...

  • wir müssten das Buch zu Ende lesen. Alles andere wäre unfair, doch darin liegt das größte Problem, dadurch haben wir weniger Lesezeit für andere Bücher, die uns womöglich besser gefallen. Zudem fühlt man sich nicht gut, wenn man sich durch ein Buch quälen muss.

  • eine negative Bewertung hat für die Bücher immer Konsequenzen. Negative Stimmen bewegen andere, das Buch nicht zu lesen, weil sie denken, wenn es dem nicht gefällt, mag ich es sicher auch nicht. Und so entgeht einem womöglich ein gutes Buch. Daher versuchen wir auch in kritischen Rezensionen anzumerken, dass sich doch jeder seine eigene Meinung bilden sollte.

Aus diesen Gründen bitten wir Autoren und Verlage, uns von der Rezensionspflicht zu entbinden, wenn wir weniger als 3 Sterne geben würden. Man kann dann im Gespräch die Kritikpunkte anmerken und das fern der Öffentlichkeit diskutieren.

Wir sind uns bewusst, dass dieses Prozedere vielleicht dem ein oder anderen missfällt, doch wir für uns haben entschieden, es weiterhin so zu handhaben. Schlechte Bewertungen werdet ihr also nur finden, wenn wir den Roman unbedingt beurteilen sollen.

Ansonsten kennen wir mittlerweile unseren Geschmack recht gut und schauen schon im Vornherein, dass wir Bücher wählen, die uns gefallen könnten. 

Wie schon mehrfach erwähnt: 

Es gibt zu viele Bücher, als dass man die Zeit mit denen verbringen sollte, die einen nicht berühren oder gefallen. Zum Glück sind die Geschmäcker unterschiedlich und so findet sicher auch jedes Buch seinen Leser.







Kommentare

  1. Schönen guten Morgen!

    Die Frage taucht immer wieder mal auf und obwohl ich auch einige kritische Rezensionen auf meinem Blog habe, überwiegen (natürlich) die positiven.
    Auch aus dem genannten Grund: Ich lese Bücher oft nicht fertig, wenn sie mir nicht gefallen, breche sie teilweise schon recht früh ab wenn ich merke, dass es nichts für mich ist. Da hab ich dann eben auch zu wenig gelesen, um eine "Rezension" darüber zu schreiben.
    Als unfair würde ich das aber nicht bezeichnen - wer tut schon stundenlang Dinge die ihm nicht gefallen und schreibt auch noch drüber? ^^

    Geschmäcker sind verschieden und gerade deshalb finde ich es auch nicht schlimm, auch mal eine negative Rezension zu posten. Nur weil es mir nicht gefällt heißt ja nicht dass es anderen genauso geht, da muss der Leser dann schon selber drüber nachdenken, ob er die Punkte, die ich nenne, ebenso sieht.

    Umgekehr ist es ja genauso: nur weil ich von einem Buch schwärme heißt es nicht, dass es allen anderen gefällt ;)

    Ich hab den Beitrag heute auch gerne in meiner Stöberrunde verlinkt!

    Liebste Grüße, Aleshanee

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    1. Liebe Aleshanee,
      danke für deine lieben Worte. Natürlich habe ich auch kritische Zwischentöne, einem gefällt ja nicht immer alles, aber wie du auch schon sagst, die Zeit ist zu kurz, um sich mit Dingen zu beschäftigen, die einem keine Freude machen.
      Geschmäcker sind verschieden und das ist gut so. Was einem gefällt, mag der andere womöglich nicht. Deswegen finde ich gut, dass es eine Vielfalt gibt, auch wenn mir nicht alles gefällt. Muss es ja auch nicht :-)

      Ich hole mir gerne Ideen und schau mich um, aber bilde mir dann selbst eine Meinung. Dennoch fände ich es blöd, wenn jemand dem Buch keine Chance gibt, nur weil ich es nicht mochte. Womöglich geht demjenigen dadurch eine tolle Geschichten verloren :-)
      Grüße
      Martina

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  2. Hallo Martina,
    ein ähnlicher Beitrag "dümpelt" auch in meinen Entwürfen und wartet auf Fertigstellung. Allerdings teile ich Deine Meinung so nicht und komme auf einen anderen Grund, weshalb viele Buchblogger (und andere Rezensienten übrigens auch) oftmals nur gute Bücher zu lesen scheinen.

    Ich schreibe nämlich auch über Bücher, die mir nicht gefallen oder über Bücher, die ich abgebrochen habe.

    Meine Erklärung geht eher in die Richtung, dass sich Buchblogger viel intensiver auf Buchsuche begeben und sich viel intensiver mit den Verlagsprogrammen auseinandersetzen. Natürlich gibt es auch Coverkäufer, aber die meisten Blogger, die ich kenne, versuchen auch immer herauszufinden, ob es sich lohnt, die Zeit in ein Buch zu stecken oder nicht, in dem sie bei Goodreads oder sonst wo schauen, wie das Buch grundsätzlich angekommen ist. Weswegen übrigens so mancher keine Debüts liest.

    Ich finde, auch das macht die Bloggerwelt bunter und ich denke, dass sich niemand in sein Blogger-Projekt reinreden lassen sollte, denn es gibt sicherlich die unterschiedlichsten Gründe dafür, weshalb es so wenig schlechte Bewertungen auf Blogs gibt.

    Viele Grüße
    Frank

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    1. Lieber Frank,
      tausend Dank für deine Worte. Ich finde es gut, dass du vielseitig berichtest. Das ist spannend und ich lese mir auch gerne kritische Rezensionen durch, aber mir persönlich fehlt die Zeit, um mich mit Dingen, die mir nicht gefallen haben, auseinanderzusetzen. Diese Zeit investiere ich lieber in ein neues Buch.
      Dennoch finde ich es wichtig, dass es eben eine Vielfalt gibt, auch bei den Bewertungen. Ich persönlich, besser gesagt wir, also Andrea und ich, handhaben es seit Jahren so.
      Es finden sich auch kritische Stimmen und einige Abbruch-Rezis auf diesem Blog, doch ich habe keine Freude daran, diese zu tippen.
      Klingt vielleicht doof und ist für manche auch nicht verständlich.

      Mir geht es einfach darum, dass man Blogger nicht angreift, nur weil diese vorwiegend positiv bewerten.
      Ich liebe es zu lesen, es ist mein Hobby und daran habe ich Spaß. ich sehe mich nicht als Literaturkritiker, sondern als jemanden, der einfach seinen Senf zu Büchern abgibt.

      Be tolerant and have fun :-) Genieße, was du tust

      Liebe Grüße
      Martina :-)

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