"Stealing Infinity" – romantischer Fantasyroman für Lesebegeisterte ab 14 Jahren von Alyson Noël
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© dtv |
Natasha Clarke ist die totale Außenseiterin an ihrer Highschool, als
sie unvermittelt eine Einladung in einen mysteriösen Club erhält. Dort entdeckt
sie einen Grabstein mit ihrem Namen. Kurz darauf wird es um sie schwarz. Alles
nur ein Traum? Als sie am nächsten Morgen erwacht, ist Natashas Leben
vollkommen auf den Kopf gestellt. Ihr wird Diebstahl vorgeworfen, sie fliegt
von der Schule – und erhält das überraschende Angebot, an die Gray Wolf Academy
zu wechseln. Dort stehen allerdings nicht nur Geschichte und Kunst auf dem
Lehrplan. Mithilfe von Braxton, ihrem gut aussehenden Mitschüler, will Natasha
das Mysterium der Academy lüften und merkt bald: Die Eliteschule hütet noch
mehr dunkle Geheimnisse …
Mein
Eindruck:
Allein für
die Optik dieses Buches würde ich gern volle Punktzahl vergeben. Der Verlag hat
nicht zu viel versprochen; das Buch ist optisch eine Augenweide und der
Schutzumschlag fühlt sich unglaublich gut unter den Fingern an. Wirklich
gelungen. Allerdings hat das – zusammen mit dem geheimnisvollen Klappentext – meine
Erwartungen extrem hinaufgeschraubt.
Voller
Enthusiasmus habe ich mich in die Geschichte gestürzt, habe mich einnehmen
lassen, mich Seite um Seite tiefer hineinbegeben. Doch leider kam schnell der
Punkt, an dem für mich klar war, wie der Hase läuft. Die Story ist, wenn jetzt
im zweiten Teil nicht noch die Megaüberraschung auf uns wartet, dermaßen seicht
gestrickt. Junge Leser wird das vielleicht nicht stören, ebenso wenig wie die
in sich unstimmige Protagonistin. Eine amerikanische Highschool-Schülerin aus
armen Verhältnissen mit einem Faible für Mode und ausgefallene Klamotten soll
vom Wissen her mit den größten Kunstkennern konkurrieren können und sämtliche
europäischen Gemälde beim Namen nennen, sie beschreiben und auch ihre
Erschaffer samt Vita auswendig aufzählen können? Generell wurden eine Unzahl an
Klischees zusammengewürfelt um sowohl den aktuellen Marktanforderungen als auch
dem Genre gerecht zu werden. Von den vielen unsinnigen Ungereimtheiten die
Zeitreise betreffend will ich gar nicht erst anfangen. Man hat das Gefühl, es
wurde weniger auf Sinn und Logik geachtet, als vielmehr darauf, dass es
irgendwie in die Handlung passt.
Das ist sehr
schade, denn die Idee hinter diesem Roman ist grandios. Nur leider wurde das
Potenzial nicht ausgeschöpft. Tatsächlich überlege ich noch während ich diese
Worte tippe, wie ich dieses Buch bewerte. Wenn man nichts hinterfragt, alles
als gegeben annimmt und auch mit wenig tiefschürfenden Figuren kein Problem
hat, wird man dieses Buch sicher sehr gern haben. Auch ich bin noch hin- und
hergerissen, ob ich den zweiten Teil noch lesen werde, denn die viele Kritik,
die ich übe, würde nahelegen, dies nicht zu tun, andererseits bin ich
neugierig, ob die Autorin tatsächlich so einfach gestrickt ist und man nach
etwa 100 Seiten sämtliche Wendungen vorhersehen kann, oder ob sie einen aufs
Glatteis führt und im nächsten Band nun doch noch mit einem Kracher aufwartet.
Tatsächlich lässt mich dieser Auftakt mit zwiespältigen Gefühlen zurück. Ich
hatte mir so viel erhofft, was leider enttäuscht wurde, dennoch kann ich mir
nicht vorstellen, dass bei all den Mythen und Geheimnissen, um die sich die
Geschichte ranken, nichts mehr kommen soll, was mich doch noch vom Hocker hauen
wird.
In jedem Fall
würde ich jedem raten, sich selbst ein Bild zu machen und zu schauen, ob ihm
dieses Buch liegt oder nicht – denn Geschmäcker und Anforderungen sind
unterschiedlich.
Vielen Dank
für das Leseexemplar.
Mehr
Details zum Buch:
Titel: Stealing
Infinity
Autor: Alyson
Noël
Verlag: dtv
Seiten: 576
Preis: 22,00€
(Print) / 16,99€ (Ebook)
Erschienen: 04/2023
Genre: Jugendfantasy
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